Kardiale Unterstützungssysteme
T. Pier, St. Seiler, St. Klotz, Ch. Schmid, Ch. D. Etz, H. H. Scheld
Erfahrungen mit einem geschlossenen minimierten EKZ-System (CORx)
U. Abdel-Rahman, H. Keller, F. Özaslan, S. Martens, A. Moritz, G. Wimmer-Greinecker
Vergleich des Thoratec-IVAD-Systems und des Thoratec-PVAD-Systems
im klinischen Einsatz
B. Salemink, G. Lauterbach, A. Vehling, Th. Wahlers
Perfusionstechnik bei pulmonaler Thrombendarteriektomie
Th. Petry, Th. Kramm
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KARDIOTECHNIK
German Journal of Perfusion
Offizielles Organ der Deutschen Gesellschaft für Kardiotechnik e. V.
The Official Publication Organ of the German Society for Cardiovascular Engineering
Heft 4/2005
14. Jahrgang
Herausgeber, Verlag/Editor, Publisher
Kardiotechnik Verwaltungsgesellschaft mbH, D. Lorenz, M. Erber, Bad Nauheim
Mitherausgeber und Redaktion/Co-Editors and Editorial Staff
M. Foltan, Regensburg; S. Meyer, Köln (Schriftleiter); G. Morche, Hamburg; A. Schulte, Siegburg;
H. Seiler, Bayreuth; U. Wolfhard, Essen; T. Zimmermann, Düsseldorf. Autorenbetreuung: N. Doetsch, Köln
Wissenschaftlicher Beirat/Editorial Board
M. Beyer, Augsburg; F. Beyersdorf, Freiburg; D. E. Birnbaum, Regensburg; I. Friedrich, Halle, M. Günnicker, Essen;
G. Haimerl, Villingen-Schwenningen; H. Keller, Frankfurt; K. Klak, Bochum; R. Körfer, Bad Oeynhausen; A. Koster, Berlin; A. Laczkovics, Bochum;
A. Philipp, Regensburg; F.-X. Schmid, Regensburg; A. Thrum, Regensburg; C. Ullmann, Leipzig; H.-G. Wollert, Karlsburg
Die Zeitschrift Kardiotechnik veröffentlicht im „Peer-review“-Verfahren Originalartikel, klinische und experimentelle Arbeiten, Fallberichte, Übersichtsreferate,
Leserbriefe und Buchbesprechungen aus dem Bereich Perfusion, Monitoring, Organprotektion, Medizinische Informatik und Elektrostimulation.
The German Journal of Perfusion Kardiotechnik is a peer-reviewed journal. It publishes original articles, clinical and experimental papers, case reports, review articles,
letters to the editors and book reviews in the fi eld of perfusion, monitoring, organ protection, computer science in medicine and electric stimulation.
Titelbild
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für maximale Sicherheit!
Heft 1/2006
Erscheinungstermin
18. 2. 2006
Einsendeschluss für
● redakt. Beiträge
28. 11. 2005
● Anzeigenaufträge
23. 1. 2006
Heft 2/2006
Erscheinungstermin
24. 5. 2006
Einsendeschluss für
● redakt. Beiträge
25. 2. 2006
● Anzeigenaufträge
26. 4. 2006
Redaktion KARDIOTECHNIK im Internet:
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EMBASE – Excerpta Medica
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Inhalt
Seite
Editorial . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 107
Kardiale Unterstützungssysteme
T. Pier, St. Seiler, St. Klotz, Ch. Schmid, Ch. D. Etz, H. H. Scheld . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 108
Erfahrungen mit einem geschlossenen minimierten EKZ-System (CORx)
U. Abdel-Rahman, H. Keller, F. Özaslan, S. Martens, A. Moritz, G. Wimmer-Greinecker . . . . . . . . . . . . . . . . . . 113
Vergleich des Thoratec-IVAD-Systems und des Thoratec-PVAD-Systems
im klinischen Einsatz
B. Salemink, G. Lauterbach, A. Vehling, Th. Wahlers . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 119
Perfusionstechnik bei pulmonaler Thrombendarteriektomie
Th. Petry, Th. Kramm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 122
Aktuell: Bypass-Operationen: Pyroelektrischer Infrarotsensor zeigt Unterbrechungen
des Blutflusses in den Arterien an / Stammzellen: bundesweit einmaliges Projekt. Hamburger
Forscher züchten menschliches Herzgewebe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 125
Kongressnotizen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 126
Stellenanzeigen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . X
Bücherjournal . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 127
Neues aus der Industrie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 128
Mitteilungen der DGfK . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 129
Hinweise für Autoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 132
Kongresstermine . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 133
Impressum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 133
Journal-Club . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 00
Klinikporträt: Herzzentrum Augsburg-Schwaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 00
Das Porträt: TERUMO Cardiovascular Systems . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 00
Fortbildung: Menschliches Versagen in der Kardiotechnik
T. Dreizler . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 00
Randthemen der Kardiotechnik – Folge 10:
Vom Kardiotechniker zum Druckkammertechniker . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 00
KARDIOTECHNIK 4/2005
KARDIOTECHNIK 4/2005
es ist noch gar nicht so lange her, da wur-
de ich gefragt: „Brauche ich eine Zertifi-
zierung? Ist das nötig?“
Heute wird mir die Frage gestellt: „Wie
und wo kann ich das europäische Zertifikat
erwerben? Welche Voraussetzungen muss
ich dafür erfüllen?“
Hier scheint sich ein neues Selbstbe-
wusstsein der Kardiotechniker zu entwi-
ckeln, nicht zuletzt vor dem Hintergrund
der längst überfälligen Berufsanerkennung
und eines geforderten Qualitätsmanage-
ments in den Krankenhäusern. Und das ist
gut so.
In seinem Plädoyer für die Berufsaner-
kennung hat Herr Schreiber in der letzten
Ausgabe dieser Zeitschrift auf die Quali-
tätsrelevanz kardiotechnischer Ausbildung
und Tätigkeit hingewiesen. In den Kliniken
werden heute zunehmend aufgeklärte und
kritische Patienten behandelt. Hier werden
die Ergebnisse moderner Medizin und Pfle-
ge nicht mehr schicksalhaft hingenommen,
sondern die Erwartungen an die Qualität
artikuliert und schlechte Leistung rekla-
miert. Das Bestreben der Krankenhäuser,
ihre Arbeit mit der Intention zur Zertifizie-
rung transparent zu gestalten, kommt die-
ser Erwartung entgegen.
Bei der Erfüllung notwendiger Quali-
tätsnormen wird auch die Qualität der Aus-
bildung in Zukunft eine Rolle spielen. Die
Ausbildung von Kardiotechnikern ist in der
Zukunft in erster Linie abhängig von redu-
zierten finanziellen Mitteln, der Anzahl der
Bewerber und dem wechselnden Bedarf
kardiotechnischer Dienstleistung. Je nach-
dem wie sich demografische Entwicklung
und der Zensus verhalten, erwartet man
zum Ende dieses Jahrzehnts einen Anstieg
kardiovaskulärer Interventionen. Bei dem
Editorial
kontinuierlichen Wechsel von Behand-
lungsmöglichkeiten stellt sich die Frage,
welche Rolle spielt hierbei noch der Kar-
diotechniker.
Die Anzahl der kardiovaskulären Inter-
ventionen, die in den nächsten Jahren nö-
tig sein wird, lässt sich schwer voraussagen.
Wie auch immer, die Zahl der Interventio-
nen, die eine EKZ benötigen, wird als Fol-
ge einer alternden Population zunehmen.
Wir Kardiotechniker haben uns den
wechselnden Ansprüchen zu stellen. Die
Entwicklung minimierter Kreislaufsyste-
me, separater Organperfusion, Plasmase-
paration oder auch der Cryotechnik sind
nur einige Beispiele. Qualitäts- und Risiko-
management ist eine weitere Herausforde-
rung für uns. Dies alles verlangt nach einer
qualifizierten Ausbildung und dem Willen
des Einzelnen, sich auch weiterzubilden.
Das European Certificate in Cardiovas-
cular Perfusion dient heute als Grundlage
der Berufsanerkennung in zahlreichen eu-
ropäischen Ländern. Die vom European
Board akkreditierten Ausbildungszentren
werden in regelmäßigen Abständen auf die
Einhaltung
vorgegebener Ausbildungs-
standards kontrolliert und rezertifiziert.
Die Qualität der Ausbildung wird somit ge-
währleistet.
An dieser Stelle möchte ich die Kolle-
ginnen und Kollegen auch auf die Rezer-
tifizierungsfrist zum Ende dieses Jahres
hinweisen. Es mag zwar lästig erscheinen,
doch stellt das ECCP auch einen Qualitäts-
nachweis für den Träger da.
In dieser Ausgabe finden Sie weitere
interessante Beiträge zu Erfahrungen mit
einem geschlossenen minimierten EKZ-
System, zu kardialen Unterstützungssyste-
men, einen Vergleich von VAD-Systemen
sowie einen Bericht über die Perfusion bei
pulmonaler Thrombendarteriektomie.
Eine unterhaltsame Lektüre wünscht
Heinz-Hermann Weitkemper
Mitglied des European Board of Cardio-
vascular Perfusion
Bad Oeynhausen
107
108
KARDIOTECHNIK 4/2005
wesentlichen Probleme während VAD-Un-
terstützung sind Blutungskomplikationen,
Infektionen, thrombembolische Ereignisse
und Rechtsherzversagen in der Frühphase
nach Implantation. Aufgrund der zuneh-
menden Erfahrung im Management von
Patienten während der VAD-Unterstützung
ist das Auftreten dieser Probleme jedoch
rückläufig.
SCHLÜSSELWÖRTER
Kontraindikation zur VAD-Implantation,
pulsatil, nicht-pulsatil, ECMO, parakor-
poral, intrakorporal, BTT (Bridge to Trans-
plant, BTR (Bridge to Recovery), DT (Des-
tination Therapy).
ABSTRACT
Indications for VAD (ventricular assist de-
vice) support are patients in acute or chro-
nic New York Heart Association Class IV.
However, before VAD implantation, sev-
eral contraindications needed to be evalu-
ated. The most common are severe risk of
bleeding, risk of cerebrovascular ischemia,
extracardial infections, patient motivation,
severe aortic valve insufficiency and me-
chanical aortic valve prothesis.
The most common systems used for VAD
support could be divided into paracorporeal
and intracorporeal devices. The latter could
be additionally separated into pulsatile or
non-pulsatile continuous flow pumps. The
TCI HeartMate and Novacor are the most
common intracorporeal VADs with pulsa-
tile flow patterns. Both systems are used
since the late 1980ties. The second gener-
ation of intracorporeal-placed VADs are
the non-pulsatile axial flow pumps. With
both, the MicroMed DeBakey and Incor
Berlin Heart, successful bridging to trans-
plantation could be achieved. Advantages
of these newer systems are smaller size,
less moving parts and therefore less noise
and lower thromboembolic events. third-
generation VADs, non-pulsatile centrifu-
gal pumps, like the CorAide or the Terumo
DuraHeart, are tested in clinical trials. The
paracorporeal systems, like the Thoratec
VAD or the Excor Berlin Heart, have the
advantages of an easy implantation tech-
nique, especially in emergency cases. In
addition these pumps can be implanted as
a sided left VAD, sided right VAD or as a
biventricular VAD. Furthermore, due to
the availability of different pump chamber
sizes, these VADs are also used for bridging
pediatric patients. The greatest problems
during VAD support are bleeding compli-
cations, infections, thromboembolic events
and right-heart failure in the early stage fol-
lowing implantation. However, due to the
growing experience in patient management
the incidence of most of these problems is
decreasing, despite growing VAD support
bridging from 1 to 2 years.
KEY WORDS
Contraindication to VAD-implantation,
pulsatile, non-pulsatile, ECMO, paracor-
poreal, intracorporeal, BTT (Bridge to
Transplant, BTR (Bridge to Recovery), DT
(Destination Therapy).
KARDIALE UNTERSTÜTZUNGSSYSTEME
Die Indikation zur Implantation eines kar-
dialen Unterstützungssystems (VAD, Vent-
ricular Assist Device) besteht bei Patienten
mit akuter oder chronischer terminaler
Herzinsuffizienz im NYHA-Stadium IV
(Klassifizierung der New York Heart As-
sociation), bei denen trotz maximaler me-
dikamentöser Therapie keine Verbesse-
rung erzielt werden kann. Laut Datenlage
der American Heart Association (AHA)
gibt es zur Zeit 2,2 Millionen Patienten im
NYHA-Stadium IV. [1] Für dieses Patien-
tengut beträgt die jährliche Letalität etwa
50 %. Die häufigsten Krankheitsbilder, die
zur Implantation eines VAD führen, sind
die dekompensierte dilatative oder ischä-
mische Kardiomyopathie, die fulminante
Myokarditis und der akute Myokardin-
farkt mit kardiogenem Schock. Bevor je-
doch die VAD-Implantation anvisiert wird,
sollten die wichtigsten Kontraindikationen
ausgeschlossen werden (Tab. 1). Des Wei-
teren muss unterschieden werden, ob als
Ziel der VAD-Implantation die Herztrans-
plantation (BTT, Bridge to Transplant), der
VAD-Ausbau bei myokardialer Erholung
(BTR, Bridge to Recovery) oder das VAD
als Dauertherapie (DT, Destination Thera-
py) angestrebt wird.
Kardiale Unterstützungssysteme
ZUSAMMENFASSUNG
Die Indikation zur Implantation eines VAD
(ventrikulären Assistenzsystems) ist bei
Patienten im NYHA-Stadium III und IV
(Klassifizierung der New York Heart Asso-
ciation) bei akuter oder chronischer Herz-
insuffizienz gegeben. Vor der Implantation
eines VAD ist jedoch die sorgfältige Eva-
luation einiger Kontraindikationen erfor-
derlich. Zu den wichtigsten Kontraindi-
kationen zählen schwere Blutungsrisken,
insbesondere erhöhte Prädisposition für
zerebrovaskuläre Blutungen, extrakardiale
Infektionen, Patientenmotivation, schwe-
re Aortenklappeninsuffizienz wie auch das
Vorhandensein einer mechanischen Aor-
tenklappenprothese. Die gängigsten Unter-
stützungssysteme können in parakorporale
und intrakorporale Systeme eingeteilt wer-
den. Letztere werden des Weiteren in pulsa-
tile und nicht-pulsatile Systeme mit konti-
nuierlichem Fluss unterteilt.
Das TCI HeartMate und das Novacor
sind die am häufigsten angewandten Syste-
me mit pulsatilem Flussmuster. Beide Sys-
teme sind bereits seit 1980 im Einsatz. Die
zweite Generation der intrakorporal im-
plantierten VADs sind die nicht-pulsatilen
Axialpumpen. Sowohl das MicroMed De-
Bakey als auch das Incor Berlin Heart er-
möglichen die erfolgreiche Überbrückung
bis zur Herztransplantation. Vorteile der
neueren Systeme liegen insbesondere in de-
ren kleinen Abmessungen und der Redukti-
on der sich bewegenden Bauteile, wodurch
die Geräuschentwicklung geringer ist und
die Thrombenbildung reduziert werden
kann. Geräte der dritten Generation, nicht-
pulsatile Zentrifugalpumpen wie etwa das
CorAide oder das DuraHeart von Terumo
werden gegenwärtig in klinischen Studien
erprobt. Die parakorpor