Analyse von Herzschallsignalen als Mittel zur Störungserkennung
A. Spiegelberg, K. Affeld…………………………………………………………….15
Vergleichende hämodynamische Untersuchung bei Gabe von
Dopamin – Natriumnitroprussid nach kardiochirurgischen Eingriffen
M. H. Nadjmabadi……………………………………………………………………..17
Praeoperative Diagnostik angeborener Herzfehler
U. Mennicken……………………………………………………………………………24
Echokardiographie und Herzchirurgie
P. Bubenheimer…………………………………………………………………………32
Vielfach-Myokardrevaskularisation bei
fortgeschrittener Koronarerkrankung
E. M. Eschenbruch, A. Philipp, P. Stürzenhofecker……………………….37
Autotranfusion mit dem Sörensen-Gerät
B. Homann……………………………………………………………………………….42
Der Salz- und Wasserhaushalt
P. Böttger, G. Schneider…………………………………………………………….47
Hydraulischer Einfluß von HLM-Komponenten
auf den venösen Rückfluß
D. Demierre, D. Maass, E. Garcia, H. Wagner, G. K. Uhlschmid…. 51
Presseinformation……………………………………………………………………..54
Tagungsbericht…………………………………………………………………………55

2
Referat
Aus der Chirurgischen Klinik und Poliklinik und dem * Pathologischen Institut, Klinikum Charlottenburg,
Freie Universität Berlin.
Herzkonservierung mit dem Gambro-Kühlbox-System
und Reperfusion in einer parabiotischen Anordnung
A. Schiessler, J. Frank, P. Kolmsee, G. Beltran-Garcia, G. Chmielewski*, E. S. Bücberl
Summary
In a series of ten experiments for heart preservation, a portable commercially purchaseahle storage system was used (Gambro-Organ-Pre-
servationsbox with self made modifications). The mobile system allowed a hypothermic perfusion of canine hearts at a constant pH and
oxygenation by a gas mixture. During the storage of the heart at 4″C biochemical parameters were evaluated, showing a slight increase
of potassium and lactate in the perfusion solution. Several probes for histological examination were taken at this time. Besides a slight in­
terstitial edema there was no alteration seen. After storage times of the excised hearts up to 13 hours, a functional testing with a parabiotic
preparation of reperfusion was performed. Despite a good myocardial function, the electron micro graphs taken after one hour reperfusion
time showed the most severe alterations.
Einleitung
Wissenschaftliche Arbeiten über Organkonservierung, ins­
besondere über die Konservierung der Nieren und des Her­
zens, haben in den letzten Jahren aus der allgemein bekann­
ten ausgeweiteten Indikationsstellung zur Transplantation
dieser Organe zunehmendes Interesse gefunden und er­
scheinen in größerer Zahl. Die dort gewonnenen Erkennt­
nisse haben größte Bedeutung für die tägliche Herzchirur­
gie, nachdem vergleichbare Probleme beim während der
Operation stillstehenden, ischaemischen Herzen bestehen.
Bis heute ist es unklar, wiegroß eine sichere Periode der Or­
gankonservierung bzw. der myocardialen Protektion wäh­
rend des Herzstillstands tatsächlich ist, und wo diese
schließlich auch für jedes individuelle Herz überschritten
wäre.
Die große Zahl der Lösungen und Komponenten, die zur
Organkonservierung empfohlen werden, lassen schon er­
kennen, daß es bis heute keine Einigung auf diesem Gebiet
gibt, und daß sich persönliche Bevorzugungen durchaus er­
kennen lassen. Mag sein, daß keine dieser angebotenen
Maßnahmen so wichtig ist, wie schließlich die Technik ih­
rer Anwendung. Über den Wert folgender Maßnahmen
wird jedoch Einigkeit bestehen: 1. rascher Kardioarrest; 2.
Reduzierung der Herztemperatur und Stabilisierung bei ei­
nem Bereich von ca. 15 – 20°C während des Kardioarrestes;
3. Perfusion des Myokards mit kalten Lösungen im Bereich
von 4 bis 10°C.
Methode
1. Tiermaterial:
Es wurden 10 Hunde verschiedener Rassen, meist je­
doch Beagle, mit einem Körpergewicht von 9 bis 20 kg
in den Versuch genommen. Für jeden Versuch wurde
ein zweites Tier bereitgestellt, welches als Empfänger
des Spenderherzens zu dienen hatte. Bei diesen Tieren
wurde über die Halsgefäße mit Verbindung in Form von
Gefäßprothesen eine parabiotische Perfusion des Spen­
derherzens durchgeführt. Diese Tiere wurden nach ca.
einer Stunde von den Spenderherzen wieder getrennt
und überlebten.
2. Operative Maßnahmen:
Neuroleptanalgesie (Ketanest, Rampun, Sauerstoff-
Lachgas-Intubationsnarkose) mit Rechtsseitenlage des
Tieres und Thorakotomie im 4. Intercostalraum links.
Nach Incision des Perikards Ligatur des Truncus bra-
chiocephalicus und Einlage eines Katheters in die A.
subclavia sinistra, schließlich nach Abklemmen der
Aorta descendens Instillation kardioplegischer Lösung
ca. 50 ml (nach Kirsch, Dr. Franz Köhler Chemie KG,
Alsbach), Excision des Herzens, Einbringungen in eiskal­
te Kochsalzlösung, Einbinden eines Perfusionsschlau­
ches mit Temperaturmeßsonde in den Truncus brachio-
cephalicus. Schließlich Einbringen des Herzens (nach
Wägung) in das Gambro-Kühlbox-System.
3. Darstellung des Gambro-Kühlbox-Systems (4):
Das Gambro-Kühlbox-System war zunächst als ther­
misch isoliertes System für die Nierentransplantation
von der Firma Gambro entwickelt worden. Die Gam­
bro-Kühlbox, die für die Organkonservierung während
des Transports konstruiert ist, besteht aus drei voneinan­
der unabhängig einzustellenden Kreisläufen (Abb. 1).
Diese Kreisläufe sind:
Abbildung 1: Darstellung des Gambro-Kühlbox-Systems
Kardiotechnik 7. Jahrgang/Heft 1/1984

Referat
3
– Gaskreislauf (Sauerstoff)
– Kühlkreislauf
– Perfusionskreislauf
Der Gaskreislauf wird aus einer kleinen Sauerstofflasche
gespeist. Der Gasfluß für den Sauerstoffkreislauf läßt
sich zwischen 0 und 450 ml/min. einstellen (wahlweise
Einsatz eines Sauerstoff-Kohlendioxyd-Gemisches).
Der Kühlkreislauf besteht im wesentlichen aus einem
Reservoir für das Eisgranulat-Wasser-Gemisch für die
Kühlung, einem Wärmetauscher und einer Pumpe, die
die Kühlflüssigkeit durch den Wärmetauscher pumpt.
Der Wärmetauscher, der auf der Unterseite der Organ­
box sitzt, hat bei einer neuen, im Haus konstruierten
Version der Organbox, eine Oberfläche von 320 cm2.
Die Temperatur des gekühlten Organs und der Perfu­
sionsflüssigkeit wird durch einen Meßfühler an der Un­
terseite der Organbox ermittelt und angezeigt. Diese
kontinuierlich gemessenen Temperaturen werden mit
der eingestellten Kühltemperatur (Einstellbereich: 4 –
10°C) verglichen und führen bei Unterschreitung zum
Abschalten des Kühlkreislaufs.
Der Perfusionskreislauf für die Perfusionslösung wird
mittels einer Rollerpumpe, die sich zwischen 0 und 500
ml/min. einstellen läßt, in das zu konservierende Organ
gepumpt. Die aus dem Organ wieder herausfließende
Perfusionsflüssigkeit wird von der Rollerpumpe über
den Wärmetauscher aus der Organbox abgepumpt und
gelangt über einen Filter wieder in den Kreislauf, d. h.
zum Organ. Die Organbox, die Aortenkonnektierung
(im Falle eines Herzens), der Schlauchsatz und der Filter
sind austauschbar.
Zur Überprüfung des Perfusionsdrucks besteht eine
weitere Druckmeßstelle, die sich bei der Herzkonservie­
rung im Aortenbulbus bzw. im Truncus brachiocepha-
licus anbringen läßt (s. Abb. 2 und 3). Durch eine zu­
sätzlich eingebaute Regelung wird dieser Druck in der
Aortenwurzel (resp. damit in den Koronarien) mit ei­
nem frei einstellbaren Druck verglichen. Kommt es zu
einer Überschreitung dieses eingestellten Druckes, so
wird die Rollerpumpe für den Perfusionskreislauf zeit­
weise abgeschaltet.
Außer einigen zusätzlich angebrachten Meßstellen für
Temperatur und Druck verfügt das Kühlbox-System
über folgende Anzeigen:
– Perfusionsvolumen
– Temperatur, gemessen an der Unterseite der Organ­
box
– Perfusionsdruck („Gambro-Systemdruck“)
– Gasfluß für Sauerstoffkreislauf
– Perfusionsflüssigkeiten
4. Wiederbelebung resp. Reperfusion des konservierten
Herzens:
Nach Konservierungszeiten von 6 bis 13 Stunden Ent­
nahme des Herzens aus dem Kühlbox-System und Wä­
gung. Anschluß des Herzens an die A. carotis und die V.
jugularis eines Empfängerhundes. Der Empfängerhund
wurde in Neurolept- Intubationsnarkose operiert. Da­
her Freilegung der entweder rechts- oder linksseitigen
Abbildung 2: Ansicht der Gambro-Kühlbox ( Deckel abgenommen)
mit perfundiertem Herzen in der Organbox
Abbildung 3: Hundeherz in der Organbox. von Perfusionsflüssig­
keit umspült
— Perfusionsschlauch mit Druck- und Temperaturfühler in der
Aorten Wurzel
Halsgefäße, A. carotis und V. jugularis. End-zu-Seit-
Anastomosierung von Gefäßprothesen in unterschiedli­
chen Diametern entsprechend der Gefäßsituation des
Empfängertieres (s. Abb. 4). Allgemeine Heparinisie-
rung des Tieres mit 300 Einheiten pro kg Körperge­
wicht nach Fertigste