Probleme während der klinischen Erprobung software-gesteuerter
Herzschrittmacher — Datenanalyse und Daten korrektur über Modem
M. Zegelmann, J. Kreuzer ………………………………………………………….. 58
Bericht über das 3. nordrhein-westfälische Kardiotechniker
Roundtable-Gespräch in Dortmund vom 14.11.-15.11.1986
G. Lutz, H. Brieden, D. Pauquet …………………………………………………… 60

Liebe Leser!
Mit Ausgabe 1/87 dürfen wir das 10-jährige Bestehen unserer Zeitschrift
Kardiotechnik feiern.
Im Februar dieses Jahres blicken wir auf das 10-jährige Bestehen der Zeit­
schrift Kardiotechnik zurück. In diesem Zeitraum war festzustellen, daß sich
die Zeitschrift immer größerer Beliebtheit erfreute und das ursprüngliche
Ziel der Informations- und Fortbildungsangebote bestätigt wurde. Das bis­
her Erreichte soll auch für die Zukunft bestimmend sein. Aus diesem Anlaß
haben wir uns entschlossen, den „Förderpreis Kardiotechnik” alljährlich zu
verleihen.
Unser besonderer Dank gilt den Autoren, den redaktionellen Mitarbeitern
und den Inserenten.
Verlag und Redaktion Kardiotechnik
Mit dem Förderpreis sollen Kardiotechniker gefördert werden, deren Arbeiten durch die Veröffentli­
chung in der Zeitschrift Kardiotechnik einen wesentlichen Beitrag zur Information oder Fortbildung
geleistet haben. Dieser Preis ist eine regelmäßige Einrichtung. Er wird 1987 erstmalig und weiter­
hin jährlich von den Kardiotechnischen Zeitschriften MTD Verlag GmbH verliehen.
1. Auf der Basis der Entscheidung des wissenschaftlichen Beira­
tes wird der Preis mit einer Zuwendung von 1000,– DM verge­
ben. Die Entscheidung des wissenschaftlichen Beirates ist
endgültig und erfolgt unter Ausschluß des Rechtsweges.
Ausgeschlossen von der Preisvergabe sind Mitarbeiter des
Verlages sowie Mitglieder des Redaktionsstabes.
2. Die Arbeit darf nicht an anderer Stelle veröffentlicht oder für
andere Preise eingereicht worden sein.
Die Arbeiten sind in der Sprache in der sie ursprünglich verfaßt
worden sind und in deutscher Sprache an den Verlag zu sen­
den.
Die Bekanntgabe des Preisträgers erfolgt in der Zeitschrift Kar­
diotechnik. Der Preisträger wird schriftlich informiert.
Kardiotechnische Zeitschriften MTD Verlag GmbH, 5000 Köln 51, Goltsteinstraße 49

Referat
5
Aus dem deutschen Herzzentrum Berlin
(Leiter: Prof. Dr. Dr. R. Hetzer)
Herztransplantation
Ä. Hetzer, H. Warnecke, S. Schüler, U Süthoff, M. Kopitz
1. Einleitung
Seit der ersten erfolgreichen klinischen Herztransplantation
durch Barnard in Kapstadt 1967 wurden weltweit mehr als 4 200
Herzverpflanzungen durchgeführt, davon zirka 1 600 im Jahr
1986 und nahezu 1 000 1985 (1). Nach der ersten Operation er­
folgten zwischen 1968 und 1970 eine Reihe von Herztransplan­
tationen, die dann von den meisten Gruppen wegen der sehr un­
günstigen Ergebnisse eingestellt wurden. Vor allem an der
Stanford-Universität in der Klinik von N. E. Shumway wurden
dann die diejenigen Erfahrungen und Fortschritte entwickelt,
welche mit zunehmend besser werdenden Ergebnissen seit
1979/1980 dazu führten (Abb. 1), daß die Herztransplantation
wieder von einer zunehmend größer werdenden Zahl von Teams
aufgegriffen wurde und zu der rasch zunehmenden Frequenz der
Operationen führte. In Deutschland wurde diese neuerliche
Entwicklung 1981 am Deutschen Herzzentrum München ein­
geleitet, gegenwärtig sind mehr als 300 Patienten in der Bundes­
republik und West-Berlin herztransplantiert worden. Weltweit
rechnet man gegenwärtig mit einer Einjahres-Uberlebensrate
von 80% und nach 5 Jahren leben noch mehr als 60% der Patien­
ten.
SURVIVAL RESULTS
HEART TRANSPLANTATION
Abbildung 1: Aktuarische Überlebenskurven im Herztransplantations­
programm der Stanford-Universität seit 1968.
Die unterste Kurve illustriert die Überlebensrate der Patienten, die zur
Transplantation akzeptiert, aber aus verschiedenen Gründen nicht zur
Transplantation kamen. Nach 3 Monaten waren 90% dieser Patienten ge­
storben und nur ein patient lebte 9 Monate Darüber die Überlebenskur­
ven der transplantierten Patienten. Die unterste derjenigen, die bis 1973
transplantiert wurden (Einjahresüberlebensraten 40%, Fünfjahresüber­
lebensrate 20%). Darüber die Kurve der Patienten, die nach Einführung
der Endomyokardbiopsie transplantiert wurden, die oberste Kurve be­
trifft die Patienten, die nach Einführung von Cyclosporin-A transplan­
tiert wurden (Einjahresüberlebensrate über 80%, Vierjahresüberlebens­
rate über 60%), (Grafik Stanford University)
2. Faktoren die zur Verbesserung der Ergebnisse führten:
Die wesentlichen Schritte zur Erreichung des gegenwärtigen
Standes waren
1. die Präzisierung und Einschränkung des Indikationsspek­
trums mit Erkennung vor allem jener Patientenbedingun­
gen, bei denen eine Transplantation nicht zum Erfolg führen
kann,
,
2. die Einführung von Methoden zur Früherkennung von Ab­
stoßungsreaktionen am transplantierten Herzen, insbeson­
dere der regelmäßigen transvenösen Endomyokardbiopsie
seit 1973 (3).,
3. die Anwendung neuerer Medikamente in die immunsuppres-
sive Nachbehandlung, Antilymphozyten- bzw. Thymozy-
tenseren, Zyclosporin-A mit gegenwärtig von monoklonalen
Antikörpern,
4. die Entscheidung zur erneuten Transplantation, wenn das
implantierte Organ durch Abstoßungs- oder andere Prozesse
zerstört wurde.
3. Indikation und Kontraindikationen
Die Herztransplantation ist eine Behandlungsmethode, die wir
bei Patienten mit einer fortgeschrittenen Herzinsuffizientz an­
wenden, bei denen medikamentöse oder organerhaltende opera­
tive Verfahren keine Aussicht auf Erfolg haben. In der Regel
wurden Patienten zur Herztransplantation akzeptiert, wenn
mit den zuweisenden Kardiologen Einigkeit darüber bestand,
daß die Lebenserwartung der Patienten mit weniger als 3 bis 6
Monaten einzuschätzen ist. Unter dieser Prämisse sind es vor al­
lem Patienten mit fortgeschrittener koronarer Herzkrankheit,
nach großen oder mehreren Herzinfarkten und Patien