Die transmyokardiale Laserrevaskularisation in der Therapie
der diffusen koronaren Herzerkrankung
T. Krabatsch, M. Kopitz…………………………………………………………………………………………………………….. 26
Medizin auf der Datenautobahn – unterwegs im Internet
U. Ringeier, D. Buchwald …………………………………………………………………………………………………………. 29
Neues aus der Industrie ………………………………………………………………………………….. 31
Journal-Club………………………………………………………………………………………………….. 34
Stellenanzeigen……………………………………………………………………………………………….. 34
Das Portrait
Sorin Biomedica ………………………………………………………………………………………………. 36
Das Klinikportrait
Herz- und Kreislaufzentrum Dresden e. V…………………………………………………………… 38
Kongreß notizen ………………………………………………………………………………………………. 42
Bücherjournal ……………………………………………………………………………………………….. 43
Mitteilungen der DGfK ………………………………………………………………………………….. 44
Kongresse, Veranstaltungen …………………………………………………………………………….. 46
Heft 4/95
Heft 1/96
Erscheinungstermin
Einsendeschluß für
1.12.1995
Erscheinungstermin
Einsendeschluß für
26. 2.1996
• redaktionelle Beiträge
22. 9. 1995
• redaktionelle Beiträge
15.12.1995
• Anzeigenaufträge
30. 10. 1995
• Anzeigenaufträge
19. 1. 1996
3
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Editorial
in dieser Ausgabe der KARDIOTECH
NIK erscheint ein Beitrag über ein neues
Verfahren zur Behandlung der koronaren
Herzkrankheit. Die Laser-Revaskularisati
on kommt als Alternative in Frage bei Pa
tienten mit fortgeschrittener koronarer
Herzkrankheit, die nicht oder nicht mehr
vollständig auf herkömmliche Weise kar-
diochirurgisch versorgt werden können.
Die internationalen Erfahrungen mit die
ser neuen Methode sind noch gering, die
Skepsis gegenüber der neuen Technik
noch weit verbreitet.
Für den Zeitgenossen ist es oft schwer,
eine Prognose über den wahren Wert oder
Unwert einer neuen Therapie abzugeben.
Oft genug führte in der Medizin der neue
Weg von heute in die Sackgasse von mor
gen. Wie soll man sich angesichts derar
tiger Neuerungen verhalten: Mit grund
sätzlichem Optimismus allem Neuen ge
genüber das jüngste Kind des Fortschritts
begrüßen und darauf hoffen, daß es bald
seinen Kinderschuhen entwachsen und zur
Reife kommen möge? Oder mit ebenso
grundsätzlichem Skeptizismus die Le
bensfähigkeit des Neugeborenen bezwei
feln?
In dieser schwierigen Lage hilft oft ein
Blick zurück in die Geschichte der Medi
zin. Der zeitliche Abstand verschafft uns
auch emotionale Distanz. Parallelen zur
Gegenwart und die tieferliegenden Proble
me werden mit mehr Abstand deutlicher.
In diesem Heft beginnt der Abdruck einer
Serie von Schnappschüssen aus der Ge
schichte der Kardiologie und Kardiochir-
urgie. Diese Vignetten bieten ein hoffent
lich unterhaltsames und zugleich hilfrei
ches Anschauungsmaterial. Es sind Ge
schichten über den Streit der neuen mit al
ten, oft veralteten Ansichten, über den
Einfluß von Zufall und Beharrlichkeit,
über Streit und Mißverständnisse, über
enttäuschte Hoffnungen und unerwartete
Siege.
Ebenfalls in diesem Heft startet mit einer
Darstellung der elektrophysiologischen
Grundlagen eine Serie zur Weiterbildung
in der Elektrokardiographie. Auch diese
heute im klinischen Alltag unverzichtbare
Methode war in ihren Anfängen keines
wegs unumstritten. Der Pionier der Elek
trokardiographie, Wilhelm Einthoven,
mußte fast ein Vierteljahrhundert auf sei
nen Nobelpreis warten; ganz im Gegen
satz zu C. W. Röntgen, der schon sechs
Jahre nach der Entdeckung der nach ihm
benannten Strahlen mit dem Nobelpreis
geehrt wurde. 1925, also ein Jahr nach der
Verleihung des Nobelpreises an Eintho
ven, galt die Elektrokardiographie immer
noch als exotisches Verfahren: „Wir, die
wir andere Felder bearbeiteten, sahen sie
als eine theoretische Methode an, etwas
von der Medizin Entferntes, als eine Mix
tur von Präzision und Phantasie“, erinner
te sich ein führender Kardiologe Jahrzehn
te später.
Ich wünsche Ihnen viel Freude bei der
Lektüre.
Dr. Hermann Mannebach
KARDIOTECHNIK 3/95
5
D. Sindhu1, S. Meyer2,
G. Lauterbach2, G. Hilgenhöner2,
B. Roth3, H. J. Weber1
‚3 Fachhochschule Aachen Abteilung
Jülich, Kardiotechnik
(Leiter: Prof. Dr. H. J. Weber)
23 Klinik und Poliklinik für Herzchirurgie,
Universität zu Köln
(Direktor: Prof. Dr. E. R. de Vivie)
33 Klinik und Poliklinik für Kinderheilkunde,
Universität zu Köln
(Direktor: Prof. Dr. Michalk)
Vergleichende In-vitro-Studie
zwischen Rollen- und Zentrifu
galpumpe unter Bedingungen
der Säuglings-ECMO
Zusammenfassung
Um eine Aussage über den Grad der durch
die mechanische Beanspruchung durch
Blutpumpen verursachten Erythrozyten
schädigung zu machen, haben wir zwei
verschiedene Pumpentypen untersucht. In
einem In-vitro-Versuch von 24 Stunden
haben wir die Rollenpumpe der Firma
Stöckert mit der Zentrifugalpumpe (mit
dem Pumpenkopf BP-50) der Firma Med
tronic Bio-Medicus verglichen. Als Maß
der Schädigung galt die Hämolyse des
Blutes, die sich aus dem freien Hämoglo
bin im Plasma (fHb) ergab. Es hat sich ge
zeigt, daß die Zentrifugalpumpe bei einem
Fluß von 600 ml/min das Blut weniger
schädigt als die Rollenpumpe.
Schlüsselwörter
Extrakorporale Membran-Oxygenierung,
Blutpumpen, Blutzellschädigung, Hämo
lyse.
Summary
ECMO (Extra Corporeal Membran Oxy
genation) is a device which is regularly
used with children and infants which have
respiratory problems. ECMO comprises a
pump and an oxygenator in series connec
tion and supports the heart and lung circuit
as a bypass. In some cases, it may need to
be used over a period of days. This leads to
an increase in blood damage which is par
ticularly problematic for infants. There
fore, any opportunity to decrease this blood
damage should be taken. One source of da
mage is the blood pump. The following in
vestigation compares two different pumps
with respect to the degree of blood da
mage. An in-vitro experiment over 24 hours
was performed in order to compare a rol
ler pump by the company Stöckert with a
centrifugal pump with the BP-50 pump
head by the company Medtronic Bio-Me-
dicus. The pumps were tested with two dif
ferent flow rates, 300 and 600 ml/min. The
indicator for blood damage was hemoly
sis, which was determined by the rate of
plasma free hemoglobin (fHb). A result of
the experiment was that the centrifugal
pump is less damaging to the blood at a
flow rate of 600 ml/min than the roller
pump.
Key Words
Extra corporeal membrane oxygenation,
blood pump, blood damage, hemolysis.
Einleitung
Die moderne Medizin ermöglicht es uns
heute, Kleinkinder und Säuglinge mit
Lungenfunktionsstörungen unter Einsatz
der ECMO (Extrakorporale Membran-
Oxygenierung) über die erste kritische
Zeit zu bringen. Bei der ECMO wird der
Herz-Lungen-Kreislauf mittels einer
Pumpe und eines zugeschalteten Oxyge
nators extern unterstützt (Abb. 1). In vie
len Fällen ist es notwendig, diese externe
Unterstützung über mehrere Tage beizube
halten. Dies fuhrt zu einer erhöhten me
chanischen Belastung und damit zu einer
Traumatisierung des Blutes. Besonders
bei Säuglingen kann dies aufgrund des ge
Abb. 1: Schematischer ECMO-Kreislauf mit Zentrifugalpumpe bei ei
nem Neugeborenen unter Kanülierung der Halsgefäße.
ringen Blutvolumens zu erheblicher Bela
stung des Patienten führen. Jede Möglich
keit, die Schädigung des Blutes und damit
die Belastung des Säuglings zu verrin
gern, sollte also genutzt werden. Eine
mögliche Traumatisierungsquelle ist die
Blutpumpe. Die vorliegende Arbeit be
schreibt einen Langzeitversuch, bei dem
zwei verschiedene Pumpentypen in bezug
auf ihren Bluttraumatisierungsgrad vergli
chen wurden.
Material und Methode
Versuchsbeschreibung
Insgesamt wurden 11 Versuche mit einem
Flow von 300 ml/min und 10 Versuche mit
einem Flow von 600 ml/min durchgeführt.
Die gewählten Flußgeschwindigkeiten
sind klinisch relevante Größen. Als