Meßgenauigkeit von On-line-Messung der venösen Sauerstoffsättigung
und des Hämatokrits
G. Hollnick, B. Dobritzsch, P. Kowalke, V. Schmidt, U. Weißbach……………………………………………….. 48
10 Jahre Herzchirurgische Medizin Technik ……………………………………………………. 51
Journal-Club…………………………………………………………………………………………………… 52
Kongreßnotizen ………………………………………………………………………………………………. 53
Aktuell: Kardiotechnik und Wirtschaftlichkeit …………………………………………………………. 54
Vignetten aus der Geschichte der Kardiologie, 6. bis 8. Folge
H. Mannebach…………………………………………………………………………………………………………………………..
Neues aus der Industrie …………………………………………………………………………………..
Bücherjournal ………………………………………………………………………………………………..
Mitteilungen der DGfK …………………………………………………………………………………… 62
Kongreßtermine………………………………………………………………………………………………. 65
Hinweise für Autoren………………………………………………………………………………………. 66
Stellenanzeigen………………………………………………………………………………………………..
Heft 3/96
Heft 4/96
Erscheinungstermin
9. 9.1996
Erscheinungstermin
2. 12. 1996
Einsendeschluß für
Einsendeschluß für
• redaktionelle Beiträge
14. 6. 1996
• redaktionelle Beiträge
20. 9. 1996
• Anzeigenaufträge
1. 8. 1996
• Anzeigenaufträge
1. 11. 1996
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Die KARDIOTECHNIK wird auf chlorfrei gebleichtem Papier gedruckt
Editorial
die „Deutsche Gesellschaft für Kardiotechnik
e.V“ feiert ihr 25jähriges Bestehen. Dies ist
eine gute Gelegenheit, Rückschau und Aus
blick zu halten.
Der Beginn der Herzchirurgie wird meist auf
das Jahr 1896 datiert. In diesem gelang Rehn
in Frankfürt am Main erstmalig mit Erfolg die
Naht einer Herz wunde. Erst nach Einführung
der Sulfonamide (Domagk, Wuppertal, ab
1935) und der Antibiotika (klinische Ver
wendbarkeit des 1928 von Fleming entdeck
ten Penicillins ab 1942) konnte sich eine Chir
urgie der Brustkorborgane in umfangreiche
rem Stil allmählich etablieren.
In Deutschland war nach der politisch gewoll
ten wissenschaftlichen Isolierung in der Zeit
des Dritten Reiches, durch die Kriegswirren
und -Zerstörungen in der frühen Nachkriegs
zeit an eine Aufnahme der Herzchirurgie
nicht zu denken. Wenn man von bravourösen
Einzelleistungen absieht (z. B. erste erfolgrei
che pulmonale Embolektomie durch Kirsch
ner 1924, Methode nach Trendelenburg 1908;
erste Operation eines rechtsventrikulären Herz
wandaneurysmas durch Sauerbruch 1931; er
ste Ligatur eines offenen Ductus Botalli durch
Frey 1938), begann die Herzchirurgie in
Deutschland etwa um die Zeit der Währungs
reform (1948) mit „geschlossenen“ oder auch
„blind“ genannten Eingriffen.
Die Zeit der „offenen“ Herzchirurgie unter
Sichtkontrolle intrakardialer Maßnahmen be
gann mit den ersten erfolgreichen Operatio
nen am offenen Herzen unter den Bedingun
gen der alleinigen Oberflächenhypothermie
durch Derra 1955 und den ersten Korrektur
eingriffen unter Zuhilfenahme der extrakor
poralen Zirkulation mit Hilfe der Herz-Lun
gen-Maschine durch Bücheri 1957 ohne Er
folg und durch Zenker 1958 mit klinischem
Erfolg.
Bis zum Jahr 1960 wurde „offene“ Herzchir
urgie mit Hilfe der isolierten Hypothermie an
acht, unter Nutzung der extrakorporalen Zir
kulation (unter Einschluß der ihr Spektrum
ausdehnenden acht Abteilungen) an insge
samt elf Kliniken vorgenommen, von denen
aber zunächst nur sechs das nötige Engage
ment leisten konnten, kontinuierlich große
Herzchirurgie zu betreiben.
So nimmt es nicht wunder, daß in dieser
frühen Periode auch nur an wenigen Plätzen
Vorreiter einer sich über die Jahre etablieren
den Gruppe von Spezialisten für den Umgang
mit extrakorporalen Pumpsystemen heraus
kristallisierten, die sich später den Namen
„Kardiotechniker“ gab. Diese Entwicklung
erfolgte unabhängig vom und parallel zum
Ablauf im Ausland, wo Bezeichnungen wie
„pumpist“ oder „pump technician“ üblich wa
ren.
Naturgemäß war der Weg in die Kardiotech
nik zunächst ohne vorgegebene, also ohne
formale Regeln und deshalb lokal sehr unter
schiedlich. So nahm zum Beispiel der später
mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeich
nete „Vater“ der Berufsgruppe Josef Gürtler
in Düsseldorf mit hohem Einfühlungsvermö
gen den Ärzten sehr bald die damals zwar fa
belhafte, aber beschwerlich und zeitaufwen
dig zu richtende und schwierig zu bedienende
Mayo-Gibbon-Maschine aus der Hand und in
seine verantwortliche Obhut. Er bildete sei
nerseits schon damals in den frühen sechziger
Jahren selbständig eine schnell wachsende
große Familie von Kardiotechnikem der er
sten Generation heran.
Andernorts wurde nichtärztlichen Mitarbei
tern herzchirurgisch tätiger Arbeitsgemein
schaften die selbständige Arbeit an der Herz-
Lungen-Maschine nicht immer so eindeutig
zugestanden, so daß bei den sich anbahnen
den Tarifverhandlungen sehr uneinheitliche
Argumente von allen beteiligten Seiten vorge
bracht wurden. Auf Initiativen von Koncz in
Göttingen und von der Düsseldorfer Arbeits
gruppe kamen die ersten Kataloge von Tätig
keitsmerkmalen zustande. Die im Januar
1971 gegründete „Deutsche Gesellschaft für
Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie“ bildete
in-engem Kontakt mit der ersten Kardiotech-
nikergeneration eine Gruppe, später offiziell
eine Kommission, die sich mit Fragen der
Kardiotechnik auseinandersetzte.
Lange Jahre blieb es dabei, daß die Ausbil
dung und Schulung nachrückender Kardio
techniker lokale Aufgabe der herzchirurgi
schen Arbeitsgemeinschaften/Kliniken blieb.
Oft waren es technisch interessierte, profilier
te Mitarbeiter des Krankenpflegedienstes
oder anderer, z. B. handwerklicher oder ad
ministrativer, meist der Krankenhauswelt na
hestehender Berufsangehöriger, die eine sol
che Schulung durchmachten und zu ausge
zeichneten Kardiotechnikem wurden. Diese
unmittelbare Kliniknähe der Ausildung er
wies sich als eine gute Basis. Auf der anderen
Seite wurde vielerorts angesichts der techni
schen Entwicklung und der schwelenden Ta
rifpolitik der Ruf nach einer formal geregel
ten theoretischen Ausbildung laut, die heute
auch an manchen Orten angeboten wird.
In welche Richtung weist der Weg in die Zu
kunft?
Immer mehr Technik, Abstraktion durch Da
tenverarbeitung, Mathematisierung und Sta
tistik? Immer weniger unmittelbarer Bezug
zum Patienten, zur Klinik? Müssen wir be
troffen sein durch Bonmots wie:
„ Die fortschreitende Mathematisierung
hat den Vorteil,
daß man sich viel genauer irren kann “
oder
„Statistik ist ein Verfahren,
das gestattet, ungewisse Daten
mit der Genauigkeit
von Hundertstelprozent auszudrücken “
oder gar
„Der Mensch steht im Mittelpunkt
– und somit allen im Weg“
(alle von R. H. Ruhleder)
Natürlich wird Kardiotechnik immer echtem
Fortschritt gegenüber offen sein müssen und
wollen, aber eben auch immer kritisch analy
sieren, was nun wirklich im Sinn der Aufga
be an leidenden Mitmenschen fortschrittlich
ist. Die Zeit der Riesenschritte der Entwick
lung der Herzchirurgie ist vorbei, die Zeit der
nicht minder wichtigen und häufig unendlich
mühsamen kleinen Schritte auf dem Wege
der Vervollkommnung ist angebrochen. Der
Gesichtspunkt der Kostenentwicklung darf
dabei nicht außer acht bleiben, soll der Weg in
die Zukunft für zukünftige Generationen
nicht verbaut werden.
Die deutschen Kardiotechniker haben in der
Vergangenheit wertvolle und anerkennens
werte Arbeit für die medizinische Versorgung
in ihrem Heimatland geleistet; sie dürfen des
halb die Vollendung des ersten Vierteljahr
hunderts ihrer Gesellschaft mit Freuden be
gehen. Für die Zukunft können sie sicher
sein, daß die guten Wünsche ihrer vielen
Freunde sie begleiten.
Prof. Dr. med. Wolfgang Bircks,
Heinrich-Heine-Universität, Düsseldorf
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KARDIOTECHNIK 2/96
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