Bericht der Kommission für Kapazitätsermittlung der Deutschen Ge
sellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie Teil II. Vorausset
zungen zum Betrieb leistungsfähiger Kliniken
H. G. Borst, H. Dittrich, M.-J. Polonius ………………………………………..
Bericht der Kommission für Kapazitätsermittlung der Deutschen Ge
sellschaft für Thorax-, Herz-und Gefäßchirurgie Teil III: Lösungsvor
schlag zur Deckung des Bedarfs an operativen Eingriffen auf dem
Gebiet der Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie in der Bundesrepublik
Deutschland
M.-J. Polonius, H. G. Borst, H. Dittrich ………………………………………..
Klinische Erfahrungen mit dem Bentley-Spiraflo BOS-10 Oxygenator
G. Lauterbach, K. D. Hanke ……………………………………………………….
Ein vorläufiger Bericht über die neue pulsatile Pumpe von Polystan
L. Hein, C. Green, übersetzt von P. Keegan ………………………..
Einfache intraoperative Methode zur Orientierung überdie Kapazität
des Empfängersegmentes bei peripheren Gefäßrekonstruktionen
R. Meister, W. Hohenberger, D. Raithel ………………………………………..
Methodik und Wertigkeit der intraoperativen elektromagnetischen
Durchflußmessung
G. Kobinia, P. Scherer ……………………………………………………………….
Einmaldruckdome in der kontinuierlichen Blutdruckmessung
J. Mottner …………………………………………………………………………………
Pflege und Überwachung nach Herzoperationen — Fortbildung —
W. Barth, B. Barth …………………………………………………………………….
Auslandsberichte — Mitgliederinformationen — Literaturhinweise —
Veranstaltungen — Leserbriefe …………………………………………………
Kardiotechnik
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langen, Telefon: 09131/85 32 42 + 60 12 85
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G. Häufte, Chir.-Univ.-Klinik,Maximiliansplatz1,8520Erlangen,
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Referat
3
Bericht der Kommission für Kapazitätsermittlung
der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie
Teil II: Voraussetzungen zum Betrieb leistungsfähiger Kliniken
H. G. Borst, H. Dittrich, M.-J. Polonius
Beirat und Kommissionsmitglieder:
Bernhard (Kiel), Bircks (Düsseldorf), Hehrlein (Gießen), Hoffmeister (Tübingen),
Kirchhoff (Göttingen), Maaßen (Essen-Heidhausen), Reidemeister (Essen),
Rodewald (Hamburg), Schlosser (Freiburg), Satter (Frankfurt), Sebening (München)
In einem ersten Bericht hat Dittrich im Auftrag der
„Kommission für Kapazitätsermittlung“ der Deutschen
Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie das
Aufkommen von Kranken mit chirurgischen Leiden der
Thoraxorgane, des Herzens und der Gefäße in der
Bundesrepublik Deutschland zusammengestellt (3). In
diesem zweiten Bericht stellt die Kommission Leistungs
zahlen unterschiedlich großer Kliniken der Thorax-,
Herz- und Gefäßchirurgie auf, wie sie bei optimaler
Betreuung durch die Nachbardisziplinen, bei Verfügbar
keit adäquaten Personals und entsprechender operativer
Plattform erreicht werden können.
Die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Ge
fäßchirurgie geht bei dieser Analyse von zwei Vorausset
zungen aus:
1) Ein operatives Zentrum vertritt geschlossen die
Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie und sollte nicht
auf eine der Subspezialitäten festgelegt sein,
2) Ein solches Zentrum soll auf der breiten Basis eines
größeren Klinikums fußen.
Die erste Forderung ergibt sich aus der anatomischen
und funktionellen Zusammengehörigkeit der Erkran
kungen der kardiovaskulären und respiratorischen Sy
steme, die sich in gleichen oder ähnlichen Operationsver
fahren, aber auch in Forschungs- und Entwicklungsar
beiten und insbesondere in der identischen Intensivpfle
ge, niederschlägt. Sie beruht weiterhin auf der Notwen
digkeit, die Weiterbildung des Nachwuchses auf eine
übersehbare, ausreichend vielgestaltige und für die Mit
arbeiter zukunftsträchtige Basis zu stellen, um so eine
Überspezialisierung zu vermeiden. In der Lehre ist die
geschlossene Darstellung des Gebietes eine Vorausset
zung für das Verständnis der pathophysiologischen Zu
sammenhänge — erst recht nach der gesetzlichen Ein
führung der Approbationsordnung, die die deduktive
Lehrmethode in der Klinik vorschreibt. Auch in interna
tionalem Rahmen ist die Einheit der 7 horax-, Herz- und
Gefäßchirurgie, zumindest aber zweier oder dreier Be
standteile des Gebietes, die Regel (11, 13).
Die zweite Forderung beruht auf fachlichen und glei
chermaßen auf wirtschaftlichen Gesichtspunkten: die
Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie bedarf für Diagno
stik und Therapie und angesichts eines breiten Spek
trums perioperativer Komplikationen steter und enger
Betreuung durch eine größere Anzahl unmittelbarer
Partnerdisziplinen, wie sie in der Regel unter dem Dache
Mit Genehmigung des Georg Thieme Verlages, Stuttgart, übernom
men aus der Zeitschrift Thoraxchirurgie – Vaskuläre Chirurgie 24
(1976) Seite 261-271.“
eines Klinikums vorhanden sind. Umgekehrt erfordern
die bei der Diagnostik erkannten oder in ihrer Folge
gelegentlich auftretenden lebensbedrohlichen Situatio
nen die Präsenz eines Chirurgenteams. Es erscheint
daher ebensowenig wünschenswert, ein diagnostisches
Zentrum weitab chirurgischer Möglichkeiten überhaupt
auszustatten, wie eine chirurgische Fachklinik an eine
isolierte Diagnoseeinheit anzubinden.
I. Partnerinstitutionen der Thorax-, Herz- und
Gefäßchirurgie
Die in Tabelle 1 aufgeführten Partnerdisziplinen sind
aufgeteilt in solche, ohne deren Vorhandensein der
Betrieb einer Klinik für I horax-, Herz- und Gefäß
chirurgie kaum vertretbar erscheint, und andere, deren
Verfügbarkeit für die optimale Versorgung des vollen
Spektrums fachbezogene Erkrankungen und Komplika
tionen wünschenswert ist. Die unmittelbaren Partner
disziplinen der Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie sind
naturgemäß Kardiologie, Angiologie und Pulmonologie.
unerläßlich
wünschenswert
Abt. Kardiologie
Angiographieeinrichtung
Lungenfunktionslabor
Anästhesiologische Arbeitsgruppe
Blutbank
j
Abt. Radiologie
>
Klinisch-chemisches Labor J
Hämatologisches und
Gerinnungslabor
Schnellschnitt- und Sektions
möglichkeit
Bakteriologisches Labor
1
Krankenhaushygieniker
J
Dialysemöglichkeit
Internistische Konsiliardienste
Allgem. Chirurg. Konsiliardienste
Neurologischer Konsiliardienst
Krankengymnastischer Dienst
Abt. Kinderkardiologie
Abt. Angiologie
Abt. Pulmonologie
Abt. Anästhesiologie
Zentralinstitute
Abt. Hämatologie
Pathologisches Institut
Mikrobiolog. Institut
Abt. Nephrologie
Medizinische Klinik
Chirurgische Klinik
Neurologische Klinik
Zentralinstitut
Tab. 1 Partnerinstitutionen der Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie
Kardiologie
Die Kardiologie muß unter allen Umständen im glei
chen Haus vertreten sein. Ihre diagnostische Kapazität
muß im Einklang mit der Operationsfrequenz der
Chirurgischen Klinik stehen, um unzumutbare Warte
zeiten einmal diagnostizierter Patienten zu vermeiden.
Sie übernimmt präoperativ unmittelbar lebensgefähr
dete Patienten sowie postoperative Kranke mit lebens
bedrohlichen kardiologischen Komplikationen auf die
eigene Intensivpflegestation. Eine Abteilung Kinderkar
diologie bildet die Voraussetzung schlechthin für die
Durchführung operativer Eingriffe in der jüngeren pä
diatrischen Patientengruppe und insbesondere bei Säug-
Kardiotechnik 5. Jahrgang/Heft 1/April 1979
4
Referat
lingen. Essentieller Bestandteil einer solchen Abteilung
muß eine Kinderintensivpflegeeinheit sein, so daß die
Patienten unmittelbar im Anschluß an die Operation
oder wenige Stunden danach in diese verlegt werden
könnnen. Die Erfahrung hat gezeigt, daß die Betreuung
von Kleinkindern und Säuglingen in einer Erwachsenen
intensivpflegeeinheit besonders zeit- und personalauf
wendig und oft unzureichend ist. Beide kardiologischen
Abteilungen müssen einen Bereitschaftsdienst rund um
die Uhr aufrechterhalten und diagnostische Maßna
men einschließlich der Herzkatheterisation jederzeit
durchführen können.
Angiologie und Pulmonologie
Die Zusammenarbeit der Chirurgischen Klinik mit
Angiologie und Pulmonologie unter einem Dach ist in
weniger hphem Maße erforderlich als mit den kardiolo
gischen Disziplinen. Zumindest aber muß sichergestellt
sein, daß Angiographien beliebiger Art zu jeder Zeit am
Orte durchgeführt werden können, ob dies in der
Kardiologie, der Radiologie oder der Angiologischen
Abteilung erfolgt.
Anästhesie
Die Verfügbarkeit eines starken anästhesiologischen Teams
mit eigener Stammannschaft kann nicht genügend her
vorgehoben werden. Anästhesistengruppen, die von
einem zentralen Institut im Rotationsverfahren an die
Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie delegiert werden,
können die besonderen Aufgaben dieses Gebietes meist
nicht in adäquater Weise befriedigen. Das überwiegend
hohe Operationsrisiko erfordert von den hier tätigen
Anästhesisten langfristige Anlernzeiten, eine überdurch
schnittliche Vorbildung in der Pathophysiologie des
Kreislaufs u