Die Adsorption von pharmazeutischen Wirkstoffen an
Schlauchoberflächen einiger handelsüblicher Infusionssets
W Lemm ………………………………………………………………………………………………………………………………….. 18
Koronarsinusinterventionen in der Herzchirurgie als
Methode der Myokardprotektion
W. Mohl, E Neumann…………………………………………………………………………………………………………………. 21
Das Portrait
Life Systems ……………………………………………………………………………………………………. 26
Kongreßnotizen ………………………………………………………………………………………………. 28
Mitteilungen der DGfK …………………………………………………………………………………… 30
Kongreßtermine………………………………………………………………………………………………. 33
Stellenanzeigen……………………………………………………………………………………………….. 34
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Heft 2/96
Heft 3/96
Erscheinungstermin
15. 5.1996
Erscheinungstermin
9. 9.1996
Einsendeschluß für
Einsendeschluß für
• redaktionelle Beiträge
11. 3. 1996
• redaktionelle Beiträge
14. 6.1996
• Anzeigenaufträge
12. 4. 1996
• Anzeigenaufträge
1. 8.1996
ISSN 0941-2670
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Die KARDIOTECHNIK wird auf chlorfrei gebleichtem Papier gedruckt

Editorial
/Cbvc (2^z
die verschiedenen Methoden der Myokard­
protektion und die Biokompatibilität bei
der Interaktion von Blut und Fremd­
oberflächen spielen eine zunehmende Rol­
le in der modernen Herzchirurgie. Zum ei­
nen ist eine effiziente Myokardprotektion
eine wesentliche Voraussetzung in der
Chirurgie angeborener bzw. erworbener
Herzfehler und weiterhin ein Gebiet inten­
siver experimenteller und klinischer Unter­
suchungen. Zum anderen ist mit dem Ein­
satz der Herz-Lungen-Maschine eine
Störung der Hämostase sowie des Immun­
systems erkennbar. Ansätze der Präventi­
on, in Form heparinbeschichteter Kreis­
laufsysteme, haben in einigen Bereichen
bereits Eingang in die Praxis gefunden.
Zunächst werden im vorliegenden Heft die
Prinzipien der Koronarsinusinterventionen
und deren Anwendung als Methode der
Myokardprotektion von W. Mohl umfas­
send dargestellt. Dann werden von J. L. M.
Marinus die Technologie, die experimen­
tellen und klinischen Erfahrungen mit be­
schichteten extrakorporalen Systemen,
speziell dem Duraflo-II-System, bespro­
chen und bestehende Möglichkeiten aufge­
zeigt. W. Lemm untersuchte die Adsorpti­
on von pharmazeutischen Wirkstoffen an
den Schlauchoberflächen handelsüblicher
Infusionssets und stellt seine gewonnenen
Ergebnisse vor. Die Methode der „Intra­
aortalen Ballongegenpulsation (IABP)“
hat nach wie vor ihre wichtige Rolle in der
Behandlung des postoperativen Low-out­
put-Syndroms nach herzchirurgischen Ein­
griffen. In der vorliegenden Arbeit von
F. H. Splittgerber werden die prinzipiellen
Richtlinien und die Ergebnisse der Essener
Arbeitsgruppe mit der IABP vorgestellt.
Mit dieser Ausgabe der Zeitschrift soll ver­
sucht werden, neue und alte Schwerpunkte
verständlich zu machen und für einige Be­
reiche der Kardiotechnik exemplarisch den
aktuellen Stand und weitere Perspektiven,
aber auch Probleme und Grenzen aufzuzei­
gen.
Mit den zusammengestellten Beiträgen
hoffen wir, zum Verständnis der zuneh­
menden Fülle neuer Informationen, zu de­
ren Integration in das Denken und zur kri­
tischen Beurteilung ihrer Anwendung im
klinischen Alltag beizutragen.
Für den Redaktionsbeirat
Dirk Troitzsch
2
KARDIOTECHNIK 1/96

Any Combination You Like
‚The fruit vendor“ by Vincenzo Campi (about 1580).
ADAPTAFLC
the •
first
modular
perfusion
system
Cherries and gra­
pes, artichokes and
pumpkins: in the
past you could
not have such a
combination in
the same season.
Nor you could
build 18 different
combinations in a
perfusion system,
genator modules, 4 cardiotomy reservoirs, 2
venous bags, and 3 carefully designed holders.
This is what Dideco gives you today with
ADAPTAFLO, the first modular perfusion
system which allows you to compose the ideal
circuit for you and your patient.
with 3 heat exchanger-oxy-
m
j TM
H
* f.LT
We Take Research To Heart
dfctaco
III

4
f
Der stetige Blutfluß versorgt uns mit Nähr­
stoffen und Sauerstoff, seine Bewegung hält
uns am Leben. Fremdkörper oder Wunden
werden sofort identifiziert, jede Störung be­
seitigt.
Ein hervorragendes System. Doch bei Herz­
operationen kurzzeitig außer Kraft gesetzt.
Jetzt kommt es darauf an, daß die externe
Bahn vom Organismus nicht als Fremdkörper
erkannt wird. Denn die lebensrettende Umlei­
tung darf nichtzur Gefahrenquelle werden.
RAUMEDIC ECO heißt Sicherheit, Leistungs­
fähigkeit und Zuverlässigkeit.
Eigene Rezeptierungen, jahrzehntelange
Produktionserfahrung und eine ausgefeilte
Qualitätssicherung sind die Basis für die
Zuverlässigkeit von REHAU Schlauch­
systemen in der extrakorporalen Zirkulation.
Das Know-how und seine Fertigungstech­
niken rn^hen REHAU zu einem zuverlässigen
Partner für die Medizintechnik. Das gemein­
same Ziel – größtmögliche Patientensicher­
heit – steht dabei im Mittelpunkt jeden Han­
delns. Erfolge sind nicht nur dem Wirtschafts­
leben vorbehalten.
REHAU AG+Co
Verkauf Medizin
Rheniumhaus
95111 Rehau
Tel.: 0 92 83/77-28 60
IV
RAUMEDIC ist Zuverlässigkeit

F H. Splittgerber, B. Schönfelder,
U. Wolfhard
Thorax- und Kardiovaskuläre Chirurgie
Universitätsklinikum Essen
(Direktor: Prof Dr. J. Chr. Reidemeister)
Ballongegenpulsation –
Stand und Ausblick
Zusammenfassung
Die intraortale Ballonpumpe stellt heute das
am häufigsten gewählte Verfahren zur me­
chanischen linksventrikulären Unterstüt­
zung dar. Pathophysiologie, Indikationen,
Kontraindikationen, Techniken für die Inser­
tion und Entfernung, Systemeinstellung und
Überwachung, Gefahren, Ergebnisse und
Komplikationen werden diskutiert.
Schlüsselwörter
IABP, Gegenpulsation, Techniken, Ergeb­
nisse, Komplikationen.
Summary
Intraaortic balloon pumping is the most fre­
quently used technique of mechanical left
ventricular assistance. Pathophysiology, in­
dications, contraindications, insertion and
removal techniques, system setup and ad­
justment, possible pitfalls, results, and
complications are reviewed.
KeyWords
IABP, counterpulsation, indications, re­
sults, complications.
Einführung
Mit Hilfe positiv inotroper Medikamente
und gleichzeitigem Einsatz von Nachlast­
senkern läßt sich der Circulus vitiosus der
Herzinsuffizienz nicht in allen Fällen un­
terbinden, so daß mechanische Kreislauf­
unterstützung notwendig werden kann. Die
intraaortale Gegenpulsation ist heute das
meistbenutzte Verfahren zur mechanischen
Herzunterstützung [1],
Historische Entwicklung
Harken stellte 1958 das Konzept der Gegen­
pulsation vor, das von Clauss et al. 1961 auf­
gegriffen wurde. Das verwendete System,
bei dem arterielles Blut während der Systole
entzogen und diastolisch wieder injiziert
wurde, fand keine weitere Verbreitung. Die
Probleme dieses Gegenpulsationssystems
wurden mit der von Moulopoulos et al. 1962
entwickelten intraaortalen Ballongegen­
pulsation überwunden, die 1968 durch Kan-
trowitz erstmalige klinische Anwendung
fand (Abb. 1): Ein Ballon in der Aorta des-
cendens wird im Moment des Aortenklap­
penschlusses gefüllt, so daß der diastolische
Koronarperfusionsdruck erhöht wird. Sy­
stolisch wird der Ballon entleert, wodurch
eine Nachlastsenkung entsteht. Schon bald
ließ sich nachweisen, daß durch Einsatz der
IABP (intra-aortjc balloon pump) beim
Myokardinfarkt das Areal der Myokardne­
krose zu vermindern war und daß der koro­
nare Kollateralfluß anstieg.
Abb. 1: Schematische Darstellung der aortalen
Flußverhältnisse in der Systole und Diastole
bei lABP-Unterstützung.
Die Balloneinfiihrungstechniken, -Steue­
rungssysteme und Ballonkatheter selbst
durchliefen eine Evolution: Zunächst war
nur ein Einlegen des Ballons über eine auf
die Arteria femoralis communis genähte
Gefäßprothese möglich. Seit 1978 sind
perkutan einführbare Systeme erhältlich,
heute sogar so verkleinert, daß sie durch ei­
ne 8-French-Schleuse passen.
Linksventrikuläre Insuffizienz
Eine schwere linksventrikuläre Insuffi­
zienz ist definiert als ein Herzzeitindex von
unter 2 1/min/m2 bei einem „PCWP“ (pul­
monary capillary wedge pressure) oder
„LAP“(left atrial pressure) von 20 mmHg
oder darüber und einem systolischen Blut­
druck von unter 90, einer Oligurie von un­
ter 20 ml/h und „SVR“ (systemic vascular
resistance) über 2100 dyn sec/cm5.
Die Ziele der Behandlung der ischämiebe­
dingten Herzinsuffizienz sind:
1. Verbesserung des myokardialen Sauer­
stoffangebotes
2. Verminderung des myokardialen Sauer­
stoffverbrauches
3. Verbesserung der Herzleistung
4. Verbesserung