Die Technik der hyperthermen Extremitätenperfusion
J. Tonak, I. Lampe, G. Schneider, G. Hauffe…………………………………………… 6
Zur Technologie der Blutmikrofiltration……………………………………………….. 10
Myokardprotektion durch den induzierten Herzstillstand in tiefer
Hypothermie
N. Bleese, V. Döring, P. Kalmar, G. Lutz, H. Pokar, D. Steiner,
G. Rodewald……………………………………………………………………………………… 20
Fortbildung – Physiologie –
R. Busse………………………………………………………………….. 25
Auslandsinformation, Mitgliederinformation
31
Leserbriefe
32
Literaturhinweis……………………………… ………………………………………………….
34
Fachfragen
35
Erscheinen: dreimal jährlich zum April/August/Dezem-
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Referat
Aus der Chirurgischen Klinik und Poliklinik im Klinikum Charlottenburg der Freien Universität Berlin,
Spandauer Damm 130, 1000 Berlin 19 (Direktor: Prof. Dr. E. S. Bücheri)
Über die Wertigkeit der Hämolyse beim extrakorporalen Kreislauf *
D. Birnbaum
Bei Angaben übet extrakorporale Kreislaufsysteme bzw.
Oxygenatoren wird häufig der Nachweis von Hämo­
globin im Plasma als Qualitätskriterium angeführt.
Vielfach gehört beim herzoperierten Patienten regel­
mäßig die Bestimmung des freien Hämoglobins zur
Routineüberwachung. Daraus wird auf das Ausmaß der
Zerstörung von roten Blutzellen (Hämolyse) geschlossen
(Übersichten bei Neville und Pierce, 4, 5). Dagegen ist
nichts einzuwenden, setzt man voraus, daß die Analyse
alles aus zerstörten Erythrozyten stammende Hämo­
globin erfaßt und daß freies Hämoglobin gleich
Hämolyse bedeutet.
Freies Hämoglobin
Hämolyse heißt zunächst Ruptur der roten Blutzellen.
Dabei werden intraerythrozytäre Stoffe frei, neben
anderen das Hämoglobin, welches nun in verschiedenen
Verbindungen (Tab. 1) auftritt und in Abhängigkeit vom
Funktionszustand von Leber und Milz sofort abgebaut
wird. Verschiedenste Analyseverfahren machen es als
sogenanntes „freies Hämoglobin“ im Plasma quantitativ
erfaßbar (2). Normalerweise ist der rote Blutfarbstoff im
Blutplasma nur in Spuren nachweisbar (je nach
Analyseverlähren zwischen 0

20
mg%). Die
gebräuchlichste Methode beruht auf einer Überführung
des roten Farbstoffes in eine stabile Cyanidverbindung;
als solche wird er photometrisch quantifiziert. Das
Verfahren hat zwei Nachteile: Es ist in geringer
Konzentration ungenau und der Haptoglobin-Hämo­
globinkomplex wird nicht mit erfaßt. Unter extra­
korporalen Kreislaufbedingungen liegt die Größen­
ordnung des Plasmahämoglobins zwischen 100 — 1.000-
fach niedriger als im Gesamtblut einer Normalperson,
d.h. zwischen 0 — 200 mg%. Das Peroxidaseverfahren
(Benzidin-Methode) ist sehr genau, allerdings wird das
Hemialbumin nicht korrekt mit erfaßt. Die Um­
wandlung der Hämoglobinverbindungen in sogenannte
Hemochromogene ist mit dem Nachteil behaftet, daß
vielfach der Farbstoff sich mit der Zeit ändert. Eine nicht
unbedeutende Fehlerquelle bei der Analyse des Plasma­
hämoglobins liegt bereits in der falschen Abnahme, bzw.
Lagerung der Blutprobe. Sog an der Spritze führt zur
Lysis von Blutzellen. Setzen wir eine fehlerfreie Blutent­
nahme und genaues Analyseverfahren zur Bestimmung
des gesamten freien Hämoglobins voraus, so entzieht sich
* Auszugsweise vorgetragen auf dem 2. TMO-Symposion in
Bayrischzell November 1976
dem Nachweis dennoch stets die freie Hämoglobin­
menge, welche sogleich nach der Entstehung verstoff-
wechselt oder an das Haptoglobin gekoppelt wurde. Nur
wenn gleichzeitig Haptoglobin im Serum, Urobilin im
Harn und Stercobilin im Stuhl quantitativ mit erfaßt
werden, kann genau genommen über das plötzlich aus
den Erythrozyten ausgetretene Hämoglobin ausgesagt
werden.
Tab. 1
Verbindungen und Besonderheiten der Plasmahämoglobine
Hämoglobin (Hb): reduzierter Zustand
Oxy-Hämoglobin (HbOn): Sauerstoff beladen
Carbomonoxy-Hämoglobin (HbCO): ohne Funktion
Hämiglobin-Methämoglobin (MHb): ohne Funktion
Sulf-Hämoglobin (HbS): an Schwefelgruppen gebunden
Hämi-Albumin
7
Haptoglobin-Hämoglobin-KomplexJ Hämoproteine
Hämoglobin im Urin
Übersteigt der Hämoglobinspiegel im Plasma einen
kritischen Schwellenwert, so wird Hämoglobin im Urin
ausgeschieden. Das Kriterium Hämoglobinurie wird
daher gelegentlich zu Aussagen über das Ausmaß der
Hämolyse angeführt. Das Auftreten von Hämoglobin im
Urin ist außerdem abhängig vom Alter des Patienten und
vom Zustand der Nieren. Am Nierenglomerulus ab­
filtriertes Hämoglobin wird übrigens in den Tubulus-
zellen genauso wie Glukose, Aminosäuren und andere
Stoffe rückresorbiert. Allerdings führt dies zu einer
Selbstzerstörung der hämoglobinresorbierenden Nieren­
zelle, welches schließlich zur Insuffizienz des Organs
führt.
Hämoglobin wird im Urin also erst erscheinen, wenn die
Plasmakonzentration eine Schwelle überschritten hat,
wenn alles Haptoglobin abgesättigt ist und wenn die
resorbierenden Tubuluszellen sich weitgehend selbst ge­
schädigt haben. Somit dient der Nachweis von Hämo­
globin im Urin allenfalls als sehr grobes Kriterium
für das Vorliegen einer Blutzellzerstörung.
Kardiotechnik 3. Jahrgang/Heft 2/August 1977
3

Referat
Subhämolyse
Die Erythrozytenwand ist nach den heutigen Vorstel­
lungen eine poröse Membran, die aus großen Molekülen
besteht und differenzierte Stoffwechselleistungen auf­
bringt (Abb. 1). Das Vorkommen einer Zellwandruptur
unter den Einwirkungen eines extrakorporalen Kreislaufs
ist eine sehr mechanistische Vorstellung, welcher
gegenüber gestellt wird, daß die Beschädigung von
Wandelementen der Zelle zu einer Beeinträchtigung der
Stoffwechselleistung führt, mit dem Versagen, die
spezifischen Zellwandleistungen aufrecht und den
intrazellulären Apparat zusammenzuhalten.
Für solche Schädigungen können folgende Zusammen­
hänge angenommen werden:
1. der Kontakt des Erythrozyten mit Fremdmaterial
kann zu einem Ausfall oder einer Umgruppierung von
Zellwandbausteinen führen. Zwar verwenden wir
sogenanntes inertes oder „medical grade“ Material; d.h.
jedoch nur, daß keine chemischen Reaktionen mit diesem
Material ablaufen. Es sagt nicht, daß zwischen den
Membranmolekülen untereinander Reaktionen ablau­
fen, wie sie z.B. durch geeignete elektrische Polari­
sationen ausgelöst werden können.
2. Es besteht die Möglichkeit einer indirekten Schädi­
gung der Erythrozyten durch Vermittlung anderer
Blutbestandteile, welche durch das extrakorporale Kreis­
laufsystem verändert wurden (z.B. Aktivierung von
Enzymen, Reaktionen mi