Intraoperative transösophagale Echokardiographie
H. Körtke, A. El-Banayosy, K. Minami,A. Devid, H.-H. Weitkemper, R. Körfer…………………………….. 20
Die Hämodynamik des versagenden Herzens
G. Marggraf, M. Günnicker, U. Wolfhart, N. Doetsch……………………………………………………………………. 24
Neues aus der Industrie………………………………………………………………………………………………. 29
Das Portrait
Baxter………………………………………………………………………………………………………………………… 32
Mediquiz……………………………………………………………………………………………………………………… 34
Das Klinikportrait
Herzzentrum NRW, Bad Oeynhausen………………………………………………………………………. 35
Leserforum…………………………………………………………………………………………………………………. 37
Kongreßnotizen…………………………………………………………………………………………………………… 38
Mitteilungen der DGfK………………………………………………………………………………………………. 40
Kongresse, Veranstaltungen, Fortbildungen………………………………………………………………… 42
Hinweise für Autoren………………………………………………………………………………………………….. 42
Heft 3/92
Heft 1/93
Erscheinungstermin
16.10.1992
Erscheinungstermin
23. 2.1993
Einsendeschluß für
Einsendeschluß für
• redaktionelle Beiträge
3. 8.1992
• redaktionelle Beiträge
18.12.1992
• Anzeigenaufträge
18. 9.1992
• Anzeigenaufträge
18.
1.1993
Leitthema:
Leitthema:
Monitoring – Stand und Entwicklung
Myocardprotektion
Ein Beitrag für unsere Umwelt: Die KARDIOTECHNIK wird auf chlorfrei gebleichtem Papier gedruckt
3

MEDIZIN IST KUNST –
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Editorial
das Ihnen jetzt vorliegende
Heft 2 der Zeitschrift KAR-
DIOTECHNIK behandelt
mit mehreren Fachbeiträ­
gen das Leitthema „Kreis­
laufunterstützungssysteme“.
Neben den anderen Verfah­
ren nimmt die intraaortale
Ballongegenpulsation
(IABP) einen besonderen
Stellenwert ein, weshalb ich
nachstehend kurz darauf
eingehen möchte. Im übri­
gen finden Sie in dieser Aus­
gabe zwei Beiträge zu die­
sem Thema.
Seit der ersten klinischen
Anwendung durch Kantro-
witz im Jahre 1968 hat sich
die intraaortale Ballonge­
genpulsation (IABP) im Be­
reich der Herzchirurgie zu
einem etablierten Behand­
lungsprinzip bei postopera­
tivem Low-output-Syn-
drom entwickelt.
Die Indikation zur assistier­
ten Zirkulation mittels
IAB P ist nach Eingriffen am
Herzen gegeben, wenn sich
die kardiale Situation trotz
Ausschöpfung aller pharma­
kologischen Möglichkeiten
und adäquater Nachperfu­
sion nicht soweit stabilisie­
ren läßt, daß ein Herzindex
über 21/min / m2, ein systo­
lischer Aortendruck über
90 mmHg, ein linksatrialer
bzw. Pulmonalkapillar­
druck unter 20 mmHg und
eine Urinproduktion über
1 ml/kg / h erreicht werden.
Derartige hämodynami-
sche Konstellationen fin­
den sich nach vorsichtigen
Schätzungen bei etwa 1-2 %
aller herzchirurgischen Pa­
tienten, bei weiteren 0,5-1%
wird der Einsatz des Sy­
stems nach gleichen Krite­
rien erst im späteren post­
operativen Verlauf notwen­
dig.
Das Wirkprinzip der IABP
beruht auf der phasenge­
rechten, am Herzzyklus
synchronisierten Blähung
und Entleerung des helium­
gefüllten Polyurethanbal­
lons.
Die Entleerung des Ballons
kurz vor Beginn der Systole
gibt den Blutstrom in die
Aorta thoracica frei und er­
zeugt ein „Volumendefizit“
von der Größe des Ballon­
volumens. Dadurch wird
der systolische arterielle
Druck gesenkt, Wandspan­
nung und Auswurfwider­
stand nehmen – verbunden
mit einer Erniedrigung des
Sauerstoffbedarfes – ab. Die
Inflation des Ballons unmit­
telbar nach Schluß der Aor­
tenklappe verschiebt das
vor und im Ballonbereich
liegende Blutvolumen nach
zentral. Dadurch kommt es
zu einer Erhöhung des dia­
stolischen Druckes (Aug­
mentation), die Koronar-
duchblutung wird – mit ei­
ner entsprechenden Zu­
nahme des Sauerstoffange­
bots – gesteigert.
Aus der Zunahme des Sau­
erstoffangebots bei gleich­
zeitiger Abnahme des Sau­
erstoffbedarfs resultiert
eine Verbesserung der ener­
getischen Bilanz des Myo­
kards.
Die hämodynamische Effek­
tivität der IABP im Sinne ei­
ner optimalen diastolischen
Augmentation und systoli­
schen Druckentlastung ist
dabei von einer Reihe physi­
kalischer und biologischer
Faktoren abhängig, wobei
der Position, dem Volumen
und der Form des Ballons
sowie der Dauer der Ballon­
füllung und -entleerung
eine entscheidende Bedeu­
tung zukommen.
Die Effektivität der IABP
ist unumstritten. Zu beden­
ken ist allerdings, daß die in­
traaortale Ballonpumpe bei
verschiedenen Ausgangs­
drucken unterschiedlich
wirksam ist, so daß dem
Einsatz des Systems hämo­
dynamische Grenzen ge­
setzt sind und grundsätz­
lich eine Restfunktion des
linken Ventrikels voraus­
setzt. Aufgrund des Druck-
Volumen-Diagramms der
Aorta verliert die IABP
bei Druckwerten unter
60 mmHg ihre Wirkung.
Dementsprechend sind
auch in Abhängigkeit von
den Auswahlkriterien und
der Zusammensetzung des
Krankengutes die in der Li­
teratur unterschiedlich an­
gegebenen Überlebensra­
ten zu beurteilen.
Die Implantation des Bal­
lonkatheters erfolgt zu­
meist – nach chirurgischer
Freilegung oder perkutan –
über die Arteria femoralis,
selten werden andere Zu­
gangswege oder sogar die
intrathorakale Insertion in
die Aorta descendens ge­
wählt. Bei peripherer arte­
rieller Verschlußkrankheit
(AVK) kann die Einführung
technisch schwierig, in etwa
5 % der Fälle sogar unmög­
lich sein.
Die Hauptkomplikation bei
der Anwendung der IABP
bleibt – mit einer Häufigkeit
zwischen 5-17% – die Extre­
mitätenischämie, selten
sind lokale oder systemi­
sche Infektionen, Throm­
boembolien, Gefäßperfora­
tionen und Dissektionen
oder Paraplegien.
Als absolute Kontraindika­
tionen für den Einsatz der
IABP sind die schwere Aor­
teninsuffizienz, sowie ein
mehr als sechs Stunden be­
stehender kardiogener
Schock anzusehen, relative
Kontraindikationen sind
Aneurysmen der Aorta as-
cendens und Prothesenin-
terponate proximal oder di­
stal des Ballonkatheters.
Der Einsatz der IABP im
Kindesalter erfordert bei
größerer aortaler Compli­
ance, geringerem intravasa­
len Volumen, höherer Herz­
frequenz und kleineren Ge­
fäßdurchmessern weitge­
hende technische Modifika­
tionen im Sinne einer Mi­
niaturisierung des Systems.
Die Plazierung erfolgt in
der Regel über eine Arterio-
tomie der Arteria iliaca ex­
terna mit aufgenähter Pro­
these. Die klinischen Erfah­
rungen sind äußerst gering,
im Einzelfall jedoch durch­
aus ermutigend.
Die mechanische Kreislauf­
unterstützung mittels
IABP hat sich im Bereich
der Herzchirurgie als festes
Behandlungsprinzip beim
postoperativen Low-out-
put-Syndrom etabliert.
Über eine Beeinflussung
des Mißverhältnisses zwi­
schen myokardialem Sauer­
stoffangebot und -bedarf
werden durch die Verbesse­
rung der energetischen Bi­
lanz günstige Voraussetzun­
gen für die Erholung des re­
versibel geschädigten Myo­
kards geschaffen. Durch die
leichte Handhabung der
ausgereiften Systeme ist die
Methode technisch sicher
und bei geringen Komplika­
tionsraten risikoarm in der
Anwendung geworden.
Als ergänzende bzw. weiter­
führende Literatur zu die­
sem Thema empfehle ich
Ihnen z.B. einige Beiträge
aus „Neue Wege in der
Herz-Lungen-Maschinen-
Technik und der assistierten
Kreislaufzirkulation“ Stein-
kopff-Verlag, Darmstadt
(1992).
Ihr Dr. Harald Korb, P. D.,
Universitätsklinik Köln
KARDIOTECHNIK 2/92
5

H.-R. Zerkowski‘,
H. Schmidt1, M. Günnicker1,
K. Hakim-Meibodi‘,
U. Freund‘, N. Doetsch‘
‚ Abteilung für Thorax- und
Kardiovaskuläre Chirurgie,
Universitätsklinikum Essen
(Direktor: Prof. Dr. med.
J. Chr. Reidemeister)
2 Abteilung fürAnästhesiolgie,
Universitätsklinikum Essen
(Direktor: Prof. Dr. med.
L. Stöcker)
Schweres perioperatives
Herzversagen –
was ist vor mechanischer
Unterstützung sinnvoll?
Zusammenfassung
Da die Operationsindikatio­
nen in der Herzchirurgie zu­
nehmend multimorbide und
ältere Patienten einschließen,
werden auch häufiger schwe­
re Formen der perioperativen
Herz / Kreislauf- Insuffizienz
beobachtet. UnterBerücksich-
tigung der individuellen pa-
thophysiologischen Genese
wurde ein dem Einzelfall an­
gepaßtes Stufenkonzept zur
Behandlung der perioperati­
ven Herz / Kreislauf – Insuffi­
zienz entwickelt.
Dieses Konzept berücksich­
tigt einerseits die neueren Er­
kenntnisse über unterschied­
liche ß-Adrenozeptor-Anzahl
und -Ansprechbarkeit in Ab­
hängigkeit von Grunderkran­
kung, Schweregrad der Herz­
insuffizienz und Vorbehand­
lung des individuellen Patien­
ten sowie andererseits die un­
terschiedlichen Angriffspunk­
te der zur Steigerung der
Herzleistung verfügbaren
Medikamente. Zur Veran­
schaulichung werden beispiel­
haft die Therapie der periope­
rativen Kreislaufmsuffizienz
des Bypasspatienten mit nor­
maler myokardialer Aus­
gangssituation, der manife­
sten schweren Kreislaufmsuf­
fizienz oder akuten Herzin­
suffizienz ohne chronische
myokardiale Vorschädigung
und der akuten Herzinsuffi­
zienz (Dekompensation) bei
chronischer Vorschädigung
des Herzmuskels diskutiert.
I. Perioperative Kreislaufm-
suffizienz mit normaler myo­
kardialer Ausgangssituation:
Da das Grundproblem in die­
ser Situation die passagere
Einschränkung des Sauer­
stofftransportes in die Peri­
pherie ist, ist das primäre Ziel
der Therapie die Steigerung
des O2-Angebotes (DO2) und
Verbesserung des (^-Transpor­
tes (CO, Hb). Nach Optimie­
rung des arteriellen O2-Partial-
druckes und des Hämatokrits
ist die Gabe von Dobutamin
zur positiv inotropen Unter­
stützung und gleichzeitigen
Senkung des peripheren Wi­
derstandes Therapie der
ersten Wahl.
II. Manifeste schwere Kreis­
laufmsuffizienz oder akute
Herzinsuffizienz ohne chroni­
sche myokardiale Vorschädi­
gung: Da hiervon normalem
ß-Adrenozeptor-Muster und
-Funktion ausgegangen wer­
den kann, wird zunächst das
obengenannte Therapiesche­
ma angewandt. Ziel der Thera­
pie ist die Steigerung der
Kontraktilität bei Senkung
von Pre- und Afterload ohne
wesentliche Erhöhung des
myokardialen O2-Verbrauchs.
Hierbei kommen Katechola­
mine in Kombination mit Va­
sodilatatoren oder Vasokon­
striktoren zum Einsatz. Je
nach Ausprägung der Pump­
schwäche werden, einem Stu­
fenschema folgend, Substan­
zen mit steigender inotroper
Wirkung bis zu den PDE-III-
Inhibitoren eingesetzt.
III. Herzinsuffizienz bei chro­
nischer Vorschädigung des
Herzmuskels: In diesen Fäl­
len muß die Pharmakothera­
pie der verminderten ß-Adre-
nozeptor-Anzahl und der her­
abgesetzten Wirkstärke der
Katecholamine Rechnung tra­
gen. Hier ist der Einsatz von
PDE-III-Inhibitoren allein
oder in Kombination mit
niedrig dosierten Katechola­
minen sinnvoll. Der oft ausge­
prägten Herabsetzung des pe­
ripheren Widerstandes muß
durch Vasokonstriktoren ent­
gegengewirkt werden.
Erst nach rationaler Aus­
schöpfung pharmakologi­
scher Therapiemöglichkeiten
(nicht zuletzt unter sorgfälti­
ger Berücksichtigung ethi­
scher Gesichtspunkte) ist der
Einsatz von mechanischen
Unterstützungssystemen ge­
rechtfertigt.
Schlüsselwörter
Perioperatives Herzversagen –
Katecholamine – PDE-III-In-
hibitoren.
Summary
Due to the increasing number
of critically ill patients under­
going cardiac surgery, a rising
amount of acute perioperati­
ve heart failure as well as he­
modynamic alteration is ob­
served. In consideration of