Kardiotechnik an der Herzchirurgischen Klinik der Universität München
Direktor: Prof. Dr. med. W. Klinner
Kardiotechniker: T. Hodina, W. Müller
Die Entstehung dieser Herzchirurgischen Klinik da­
tiert auf das Jahr 1958 zurück. Der erste klinische
Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine in Deutschland
fand am 19. 2. 1958 in Marburg unter der Leitung
von Herrn Prof. R. Zenker statt. Im gleichen Jahr
wurde Herr Prof. Zenker an die Chirurgische Uni­
versitätsklinik München berufen. Daraus erfolgte
eine intensive Herzchirurgische Tätigkeit mit dem
extrakorporellen Kreislauf; eine für diese Zeit be­
achtliche Leistung.
Gitteroxygenerator
aus dem Jahre 1959
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Beiträge
1958 —
12 Operationen mit HLM
1959 —
70 Operationen mit HLM
1960 — 140 Operationen mit HLM
1972 — 280 Operationen mit HLM
1973 — 275 Operationen mit HLM
1974 — 254 Operationen mit HLM
Die ersten Perfusionen wurden mit einem Gitter-
Oxygenator ausgeführt (s. Bild). Sehr früh wurde
auch die Blutverdünnung angewandt und wissen­
schaftlich untersucht. Zur Zeit werden Temptrol-
Oxygenatoren verwendet. Die Tätigkeit der Kardio­
techniker konzentriert sich auf das Arbeitsgebiet der
Herz-Lungen-Maschine und die damit zusammen­
hängenden Vorbereitungsarbeiten.
Bei den maschinentechnischen Entwicklungsarbeiten
war in den ersten Jahren Herr Weißhaar als Mit­
arbeiter beteiligt. Als Herstellerfirma beliefert er bis
heute die Münchner Kliniken mit Herz-Lungen-
Maschinen. An der Universitätsklinik sind 3 Stück
3-Pumpen-Maschinen im Einsatz; die Meßtechnik er­
folgt mit Siemens-Geräten.
Die Gebäude der Universitätsklinik München be­
stehen aus neuen und alten Stationen. Die Innen­
einrichtung ist modern und auf dem neuesten Stand
der Technik. Die Herzchirurgie belegt dauernd einen
Operationssaal, einen Herzchirurgischen Wachraum
mit 8 Betten und eine Station mit ca. 20 Betten. Für
die Kardiotechniker ist ein Maschinenraum mit einem
Gassterilisator auf Operationssaal-Ebene vorhanden.
Die zunehmende Belastung mit Herzoperationen und
entsprechend langer Warteliste führte zur Gründung
einer zweiten Herzchirurgischen Klinik in München
— dem Deutschen Herzzentrum. Unter der Leitung
von Herrn Prof. F. Sebening wurde im Jahre 1974 der
Operationsbetrieb aufgenommen.
Für die Universitätsklinik an der Nußbaumstraße er­
schließen sich mit dem Neubau im Stadtteil Groß­
hadern weitere neue Ziele und Aufgaben.
Literatur: Forum cardio logicum 11 (1968),
Boehringer, Mannheim
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Informationen aus dem Ausland
Information von Michael Barrett
Auf der Kardiotechniker-Tagung am 25. Mai 1974
in Bern waren wir mit dem Präsidenten des Ameri­
kanischen Kardiotechniker-Verbandes, Charles C.
Reed, der Meinung, daß viel zu wenig Kontakt unter
den Kardiotechnikern in der ganzen Welt besteht.
Seit dem Treffen in Bern haben wir uns bemüht,
brieflichen Kontakt aufzusuchen mit Kardiotechni­
kern in USA, Großbritannien, Irland, Holland,
Frankreich, Süd-Afrika und Kanada. Es ist für uns
interessant zu erfahren, wie die Kardiotechniker sich
in anderen Ländern organisiert haben, welche Aus­
bildung sie dort erfahren und wie sie beruflich ein­
gegliedert sind. In allen Briefen, die bei uns ein­
gingen, wurde betont, daß sie eine internationale
Kardiotechniker-Tagung begrüßen würden.
Aus dem ersten Schriftwechsel ist folgendes aus den
einzelnen Ländern zu berichten.
USA: Der Amerikanische Kardiotechniker-Verband,
AMsect, hat uns sehr geholfen, Kontakt zu anderen
Verbänden zu finden. Jeder der ausländischen Kar­
diotechniker kann Mitglied des amerikanischen Ver­
bandes werden. Er kann auch die amerikanische
Fachprüfung ablegen. Interessenten können sich mit
dem Unterzeichner in Verbindung setzen. Medizini­
sche Veröffentlichungen der Zeitschrift, „The Jour­
nal“ von AMsect können für unsere Zeitschrift ver­
wendet werden.
Niederlande: Der Verband ist erst Anfang 1975 ge­
gründet worden. Wir hoffen, daß die Niederländer
Gäste auf unserer diesjährigen Tagung in Düsseldorf
sind.
Frankreich: Der Verband existiert seit Anfang 1974,
er hat eine eigene Zeitschrift herausgebracht, die auf
einem beachtlich hohen Niveau steht. Die beiden er­
sten Hefte liegen dem Vorstand vor.
Kanada: Der Verband hat Informationsmaterial an­
gekündigt. Herr Kemna aus Hannover, der seit 1956
in Kanada arbeitet, hat Interesse für den deutschen
Kardiotechniker-Verband gezeigt und wird uns hof­
fentlich auf unserer Tagung in Düsseldorf besuchen.
Großbritannien und Irland: Der Verband existiert
seit Anfang 1974 und hat eine erste Verbandstagung
durchgeführt. Sie möchten engeren Kontakt mit uns
aufnehmen.
Der Schriftwechsel sowie die ausländischen Zeitschrif­
ten liegen beim Vorstand aus und können dort ein­
gesehen werden. Alle angeschriebenen Verbände
haben großes Interesse für eine enge Zusammen­
arbeit mit regen Gedanken- und Erfahrungsaustausch
gezeigt. Das kann allen dienen.
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Personalia
An dieser Stelle veröffentlicht die Redaktion persönliches über Mitglieder des Verbandes.
Homburg/Saar
In Homburg/Saar wurde in der neueröffneten Klinik
Homburg/Saar
für Thorax- und Herzchirurgie, Leiter der Klinik:
Prof. Dr. med. K. Stapenhorst, am 12. Februar 1975
die erste Operation am geöffneten Herzen, mit Hilfe
der Herz-Lungen-Maschine durchgeführt.
Als Kardiotechniker sind an dieser Klinik Herr Jochem
und Herr Meyer tätig.
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