Perspektive eines Berufs
Dieter Pauquet………………………………………………………………………..
Bedeutung und Chirurgie des extrakraniellen Carotissystems
J. Frömke………………………………………………………………………………..
Die pulmonalarterielle Ölsäureinfusion — ein brauchbares,
experimentelles Schocklungenmodell?
B. Herse, Th. Hohlfeld, P. Drechsler, W. Isselhard, H. Dalichau……..
Aktuelle antibradykarde und antitachykarde
Herzschrittmachertherapie — Eine Übersicht
M. Zegelman, R Satter, J. Kreuzer……………………………………………..
Der Stromunfall
H. D. Funke……………………………………………………………………………
IX. Internationales Aachener Symposium,
Anaesthesiologie und Intensivmedizinische Aspekte
in der Kinderheilkunde
Fritz-Georg Müller…………………………………………………………………….
Pressemitteilungen…………………………………………………………………..
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Fortbildung
Aus den Medizinischen Kliniken I und III der Universität zu Köln (Direktoren: Prof. Dr. V. Diehl, Prof. Dr. H. H. Hilger)
AIDS — Ätiologie, Diagnose, Klinik und Prävention — Eine Übersicht
B. Buran-Kilian, M. Metternich, V. Diehl, H. H. Hilger
Einleitung
Seit den ersten Berichten über AIDS erkrankte Personen im Jah­
re 1981, zunächst in den Vereinigten Staaten, hat das Acquired
Immune Deficiency Syndrome bis heute eine damals nicht ver­
mutete internationale Ausbreitung genommen. Aufgrund der
epidemiologischen Bedrohung sind weltweit wissenschaftliche
Bemühungen im Gange präventive und kausale Behandlungs­
möglichkeiten zu entwickeln. Gleichzeitig haben sich die öf­
fentlichen Gesundheitsdienste und mit der Problematik betrau­
te private und öffentliche Institutionen eine intensive Aufklä­
rung der breiten Bevölkerung und Betreuung infizierter und er­
krankter Personen zum Ziel gesetzt.
Zwischenzeitlich ist die Entdeckung des AIDS-Virus zwei unab­
hängig voneinander arbeitenden Arbeitsgruppen zu verdanken:
Im Pariser Pasteur-Institut isolierte Luc Montaigner 1983 ein als
LAV (Lymphadenopathy-Associated Virus) bezeichnetes Retro­
virus. Die amerikamische AIDS-Forschergruppe um Robert C.
Gallo, dem Entdecker des HTLV-I- und HTLV-II-Virus, gelang
1984 ebenfalls die Beschreibung des AIDS-Virus, das HTLV-III
(Human T-cell Leukemia Lymphoma Virus) genannt wurde.
Um die Frage der Erstentdeckung war zwischen den Forscher­
gruppen eine Kontroverse entstanden, die u. a. zu einer unüber-
schaulichen Begriffsvielfalt führte. Auf dem 2. Pariser AIDS-
Kongreß imjunil986 schuf die WHO eine einheitliche Begriffs­
bestimmung mit der seitdem auch allgemein angewandten Be­
zeichnung HIV (Human Immunodefliciency Virus).
Epidemiologie
Primär wurde das Krankheitsbild AIDS in vier Bevölkerungs­
gruppen gefunden: homosexuelle Männer mit wechselnden Se­
xualpartnern, Drogenabhängige, Hämophilie-Patienten (Perso­
nen, die an der Bluterkrankheit leiden) und Karibikbewohner.
Die ersten drei genannten Personenkreise werden auch heute
noch als die Hauptrisikogruppen angesehen. Im Vordergrund
der Übertragungsmöglichkeiten stehen dementsprechend (ho­
mosexuelle) Intimkontakte, infizierte Fixernadeln und Kontak­
te mit infiziertem Blut, sehr selten sind auch Bißwunden und
kleinere Verletzungen als Übertragungsweg nachgewiesen wor­
den.
Allerdings hat sich gerade in letzter Zeit herausgestellt, daß die
Erreger sehr wohl auch unter Heterosexuellen weitergegeben
werden können. So wird inzwischen eine zunehmende Zahl von
Frauen ohne Risikofaktoren beobachtet, die über bisexuelle
Männer und Drogensüchtige infiziert worden sind. Über diesen
Infektionsweg kommt es auch zunehmend zu der Geburt infi­
zierter Kinder.
Die Ausbreitungstendenz der Erkrankung ist nach wie vor au­
ßerordentlich rasch im Steigen begriffen. Schätzungen gehen
von z. Z. weltweit 100 000 bis 150 000 infizierten Personen aus.
Groß angelegte Populationsuntersuchungen haben eine hohe
Durchseuchungsrate in Zentralafrika aufgedeckt, so daß hier der
Ursprungsort der Erkrankung vermutet wird.
Ätiologie und Pathogenese
Das erworbene Immundefekt-Syndrom, AIDS, stellt die Folge
einer viralen Infektion dar. Der Erreger ist ein T-lymphotropes
Retrovirus (Untergruppe aus der Familie der RNA-Viren, das als
HTLV-III, als LAV oder endgültig als HIV (Human Immunode­
ficiency Virus) bezeichnet wird. Es handelt sich um ein relativ
empfindliches Virus, das durch die üblichen Desinfektionsmaß­
nahmen schnell abgetötet wird.
Zielzellen des Erregers sind vor allem die T4-(Helfer-)Zellen, ei­
ne Teilpopulation der T-Lymphozyten (Thymus-Lympho-
zyten), die eine wichtige Aufgabe bei der Immunabwehr erfül­
len, und hier speziell bei der zellvermittelten Immunität.
Die Erreger wandern in die Zellkerne ein und fügen sich in eines
der zelleigenen Chromosomen ein. Wenn die infizierten Zellen
im Rahmen der Virusvermehrung zerstört werden, ist eine Ab­
wehrschwäche die Folge, die besonders zu viralen und einigen
bakteriellen Infektionen disponiert und die Widerstandsfähig­
keit gegen Tumoren vermindert. /
Infektionsweg
Nachgewiesen wurde das HIV in Blut, Samenflüssigkeit, Spei­
chel und im lymphatischen Gewebe infizierter Personen, wobei
die Viruskonzentration im Speichel wahrscheinlich sehr gering
ist. Der Infektionsweg des HIV ist mit dem des Hepatitis B-Virus
zu vergleichen. Die Infektion scheint ausschließlich durch di­
rekt in die Blutbahn gelangende Erreger zu erfolgen, vor allem
durch den Geschlechtsverkehr, wobei entweder in der Samen­
flüssigkeit vorhandenes Virus oder virushaltiges Blut anläßlich
von Verletzungen beim Geschlechtsverkehr die Infektion über­
trägt. Homosexuelle Praktiken begünstigen die Übertragung,
aber auch durch heterosexuellen Geschlechtsverkehr ist, wenn
auch ungleich seltener, eine Infektion möglich.
Ein weiterer Übertragungsweg ist die Ver