Miniaturisierte extrakorporale Zirkulation in der Kinderherzchirurgie

Die Anwendung miniaturisierter extrakorporaler Zirkulationssysteme in der Kinderherzchirurgie bringt spezielle Anforderungen mit sich. Besonders bei Neugeborenen und Säuglingen sind angepasste Perfusionsstrategien notwendig. Die technischen Aspekte und klinischen Erfahrungen werden zusammengefasst.

Kinderherzchirurgie: CO2-Zugabe zur Steuerung des pulmonalen Widerstands

Bei kongenitalen Herzfehlern mit einer ’single ventricle physiology‘ wie dem hypoplastischen Linksherzsyndrom ist nach palliativem Eingriff der systemische und pulmonale Kreislauf durch einen Shunt miteinander verbunden. Um eine Überflutung der Lunge zu vermeiden, kann durch direkte Zugabe von CO2 in den Respirationstrakt der pulmonale Widerstand angehoben und so ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen pulmonaler und systemischer Perfusion erreicht werden.

Kinderherzchirurgie: Hypoplastisches Linksherzsyndrom (HLHS)

Das hypoplastische Linksherzsyndrom ist mit 8 % die vierthäufigste kongenitale Herzerkrankung. Neugeborene mit einem hypoplastischen Linksherzsyndrom haben nur einen effektiv pumpenden Ventrikel und sind von einem offenen Ductus Botalli abhängig, um eine systemische Zirkulation aufrecht zu erhalten. Unbehandelt führt dieser Herzfehler innerhalb von Tagen oder Wochen zum Tode.

Miniaturisierte Blutpumpen für die Kinderherzchirurgie

Für uni- oder biventrikuläre pulsatile Herzunterstützungssysteme bei Neugeborenen und Kleinkindern werden Blutpumpen mit Schlagvolumen von 6-10 ml zur Erreichung von Fördervolumina von 0,4-1,5 l/min benötigt. Die anatomischen Verhältnisse zwingen zur Kanülierung mit extrem kleinen Durchmessern. Ein neuentwickeltes System entspricht folgenden speziellen Anforderungen: Ein- und Auslaßventile müssen möglichst verlustarm arbeiten, elastische Reservoire reduzieren Pulsatilität, und herkömmliche IABP-Konsolen können als Antriebssystem eingesetzt werden.

Die tiefe Hypothermie zur chirurgischen Behandlung angeborener Herzfehler

In den letzten 6-8 Jahren hat die Einstellung zur chirurgischen Behandlung angeborener Herzfehler eine entscheidende Änderung erfahren. Während vor diesem Zeitpunkt im Säuglings- und Kleinkindesalter praktisch ausschließlich palliative Operationsverfahren durchgeführt wurden, sind heute diese Operationen nur noch dann indiziert, wenn eine primäre Korrektur undurchführbar ist.