Die Anwendung des hypothermen Kreislaufstillstandes beim Erwachsenen

Hypothermer Kreislaufstillstand wurde zunächst in der Chirurgie kongenitaler Vitien angewendet. Die adäquate Protektion des Cerebrums mittels dieser Methode führte zur Anwendung auch in der Chirurgie der Erwachsenen. Anhand von vier Fallbeispielen wird der Stellenwert dieser Methode in der Herz- und Gefäßchirurgie der Erwachsenen diskutiert, insbesondere bei operativen Eingriffen am Aortenbogen.

Chirurgie des Aortenbogens mit tiefer Hypothermie und Kreislaufstillstand

19 Patienten erhielten von 1980 bis 1985 einen Aortenbogenersatz unter tiefer Hypothermie und Kreislaufstillstand. Bei 5 Fällen war gleichzeitiger Ersatz der Aorta ascendens und Aortenklappe notwendig. Alle Eingriffe erfolgten mit tiefer Hypothermie und Kreislaufstillstand kombiniert mit kardioplegischem Arrest und topischer Kühlung zum Myokardschutz. Mittlere Stillstandszeit war 39 Minuten. Es gab keinen intraoperativen Tod, aber 5 Patienten verstarben in den ersten 30 Tagen. Neurologische Komplikationen wurden bei 3 Patienten beobachtet.

Die tiefe Hypothermie zur chirurgischen Behandlung angeborener Herzfehler

In den letzten 6-8 Jahren hat die Einstellung zur chirurgischen Behandlung angeborener Herzfehler eine entscheidende Änderung erfahren. Während vor diesem Zeitpunkt im Säuglings- und Kleinkindesalter praktisch ausschließlich palliative Operationsverfahren durchgeführt wurden, sind heute diese Operationen nur noch dann indiziert, wenn eine primäre Korrektur undurchführbar ist.