Extrakorporale Wiedererwärmung eines hypothermen Kleinkindes nach Beinahe-Ertrinken

Anfang März 1998 wurde ein zweijähriger Junge in tiefer Hypothermie unter Reanimation in die Universitätsklinik Regensburg eingeliefert. Es wurde entschieden, das Kind mit der Herz-Lungen-Maschine (HLM) aufzuwärmen. Die erstmalig in der Notaufnahme mittels Rektalsonde durchgeführte Temperaturbestimmung ergab einen Wert von 26,2 °C. Nach einer EKZ-Zeit von 270 Minuten waren normotherme Verhältnisse hergestellt. Frühzeitig im Verlauf wurde eine extrakorporale Lungen-Unterstützung (ECLA) erforderlich.

Einfluß von Hypothermie und Aprotinin auf Thrombozytenfunktion und Blutverbrauch in der Herzchirurgie

Bei 60 Patienten, die sich elektiv einer aorto-koronaren Bypass-Operation unterziehen mußten, sollte in einer kontrollierten, prospektiv randomisierten Untersuchung der Einfluß der Hypothermie und die Gabe von Aprotinin auf die Thrombozytenfunktion erfaßt werden. Im Vergleich zur normothermen extrakorporalen Zirkulation (EKZ) kam es unter hypothermen Bedingungen zu einer signifikanten Reduktion der Thrombozyten-Aggregation. Die gleichzeitige Gabe von Aprotinin bei hypothermer EKZ konnte diese Verschlechterung der thrombozytären Funktion verhindern.

Nutzung des kontinuierlichen Monitoring der O2-Versorgung unter hypo- und normothermer Ganzkörperperfusion

Die kontinuierliche Überwachung der zerebrovenösen O2-Hb-Sättigung mittels spezieller Oximetrie-Katheter zeigte charakteristische Verläufe mit starkem Anstieg in der Kühlphase und einem Abfall während der Wiedererwärmung. Unter normothermer Perfusion bleiben die O2-Abgabebedingungen im Normbereich, weshalb normotherme Perfusion zur verbesserten zerebralen Protektion favorisiert wird.

Die Anwendung des hypothermen Kreislaufstillstandes beim Erwachsenen

Hypothermer Kreislaufstillstand wurde zunächst in der Chirurgie kongenitaler Vitien angewendet. Die adäquate Protektion des Cerebrums mittels dieser Methode führte zur Anwendung auch in der Chirurgie der Erwachsenen. Anhand von vier Fallbeispielen wird der Stellenwert dieser Methode in der Herz- und Gefäßchirurgie der Erwachsenen diskutiert, insbesondere bei operativen Eingriffen am Aortenbogen.

Myokardprotektion in der koronären Bypasschirurgie

Die Methoden der Myokardprotektion in der aorto-koronaren Bypasschirurgie sind so sicher und effektiv geworden, dass eine nahezu vollständige Wiederherstellung der Myokardfunktionen nach Herzstillstand und extrakorporaler Zirkulation erfolgt. Bei 443 konsekutiven Patienten zeigten 86% eine sofortige spontane Wiederherstellung des Sinusrhythmus, 10% mussten mittels Elektroschock behandelt werden, 11,3% benötigten pharmakologische Kreislaufunterstützung länger als 6 Stunden postoperativ. Die Operationsmortalität betrug 1,35%.

Einflußfaktoren auf den Sauerstoffverbrauch des Gesamtorganismus während der extrakorporalen Zirkulation

Bei 134 Patienten mit einer koronaren Herzerkrankung oder rheumatischen Herzvitien wurde der Einfluß der arteriellen Kohlensäurespannung, des arteriellen pH-Wertes, des totalen peripheren Widerstandes und der endogenen Katecholaminspiegel auf den Gesamtsauerstoffverbrauch des Organismus geprüft. Der Gesamtsauerstoffverbrauch während der hypothermen extrakorporalen Zirkulation nahm zu während einer respiratorischen oder metabolischen Alkalose, während einer Abnahme des totalen peripheren Widerstandes sowie mit einer Abnahme der arteriellen endogenen Katecholaminspiegel.

Die tiefe Hypothermie zur chirurgischen Behandlung angeborener Herzfehler

In den letzten 6-8 Jahren hat die Einstellung zur chirurgischen Behandlung angeborener Herzfehler eine entscheidende Änderung erfahren. Während vor diesem Zeitpunkt im Säuglings- und Kleinkindesalter praktisch ausschließlich palliative Operationsverfahren durchgeführt wurden, sind heute diese Operationen nur noch dann indiziert, wenn eine primäre Korrektur undurchführbar ist.